Die besten Wander-Apps im Test: Wie hilfreich sind sie?

Wandern liegt im Trend. So werden Wander-Apps ebenfalls immer beliebter. IMTEST hat fünf der kleinen Helfer für das Smartphone im Test verglichen. Die Programme spüren nicht nur die schönsten Routen auf.
Wander-Apps im Test
Quelle: IMTEST, Getty Images

Wander-Apps für den Wander-Trend

Viele Urlaube sind dieses Jahr aufgrund der Corona-Pandemie ausgefallen oder werden umgeplant. Was aber unternehmen, wenn Auslandsreisen oder Menschenansammlungen als unsicher empfunden werden? „Viele Menschen entdecken das Wandern in diesem Jahr neu für sich,“ sagt die Geschäftsführerin des Deutschen Wanderverbands, Ute Dicks. Zwar gibt es keine offiziellen Statistiken, vielerorts berichten Tourismusverbände aber von steigenden Besucherzahlen. So auch Uwe Stanke, beim Tourismusverband Oberbayern für das Wegemanagement zuständig: „Insgesamt sind auf unseren Fernwanderwegen dreimal so viele Wanderer wie in den Vorjahren unterwegs.“

Die richtige Ausrüstung kann solche Expeditionen erleichtern – eine Wander-App zum Beispiel. Dabei beschränken sich die meisten Mini-Programme für Smartphone oder Tablett nicht nur auf Wanderungen. Auch Fahrradstrecken, Klettertouren, Reitausflüge und Kanufahrten sind bei den Wander-Apps dabei. Das Prinzip ist bei allen ähnlich: Route suchen oder planen, abspeichern und am Ausgangspunkt die Navigation starten. Zudem sollen die Apps helfen, die schönsten Touren zu finden. IMTEST hat fünf Apps getestet.

Mit Wander-Apps Touren finden oder erstellen

Neue Touren lassen sich entweder am PC oder in der Wander-App selbst entdecken. Dazu reicht es, etwa nach Touren mit bestimmten Kriterien in der Umgebung oder an einem bestimmten Ort zu suchen. Zur Auswahl stehen im Idealfall Rund- und Start-Ziel-Touren. Auf Wunsch lassen sich Schwierigkeitsgrad, Dauer und andere Kriterien bestimmen. Zudem gibt es weitere Informationen etwa zur Distanz, Angaben zu Höhenmetern und eine detaillierte Routenbeschreibung samt Wanderkarte. Bereits an diesem Punkt trennt sich im Test die Spreu vom Weizen: So glänzen die Wander-Apps von Komoot und Outdooractive mit vielen Filteroptionen wie Einkehrmöglichkeiten zum Beispiel. Bei Viewranger, Bergfex und Ape@Map dagegen ist die Auswahl auf die wichtigsten Dinge wie Entfernung und Schwierigkeitsgrad beschränkt.

Darüber hinaus lassen sich mithilfe der Wander-Apps eigene Routen zusammenstellen. Besonders gut funktioniert das mit Komoot. Am Smartphone gestaltet sich das Ganze zwar etwas fummelig, dafür zeigt der Dienst sogenannte Highlights auf der Karte an, die sich in die Tour einbauen lassen. Diese Empfehlungen stammen von anderen App-Nutzern und kennzeichnen interessante Stellen oder Passagen, die es zu entdecken lohnt. Garniert ist das Ganze in der Regel mit Fotos und Kommentaren. Die anderen Wander-Apps im Test bieten das in dieser Vielfalt nicht. Schlusslicht in Sachen Tourenplanung ist Ape@Map. Das liegt vor allem daran, dass die veraltete Bedienung der App einer Katastrophe gleicht.

Wander-Apps im Test: komfortabel von A nach B

Auf der Piste mussten die Apps ihre Qualitäten als Wanderführer unter Beweis stellen. Besonders praktisch ist, wenn das Smartphone dabei in der Tasche bleiben kann und Sprachanweisungen den Weg weisen. Diese Funktion bieten aber nur Komoot und Outdooractive. Optisch liefern diese Wander-Apps auch die beste Übersicht, indem sie beispielsweise per großem Pfeil und Anzeige der Restentfernung auf die nächste Abbiegung hinweisen. Mit Abstrichen punktet in dieser Disziplin auch Viewranger. Ebenfalls ein Plus bei dieser Wander-App ist die Unterstützung unterschiedlichster Aktivitäten. Zum Klettern, Segeln oder Reiten eignet sich die App ebenso gut wie fürs Wandern. Bergfex bietet das Extra, auch auf der Apple Watch zu laufen, was mitunter durchaus praktisch ist. Jedoch ist die Bedienung an sich auch auf dem Smartphone eher sperrig und die Navigationsfunktionen zu schwach, um zuverlässig zu wirken.

Wander-Apps kostenlos nutzen?

Kostenlos laden lassen sich alle getesteten Wander-Apps, keine aber funktioniert gratis in vollem Umfang. Bei Komoot fehlen ohne gekaufte Wanderkarten beispielsweise die Sprachanweisungen. Auch lassen sich die Touren nicht aufs Smartphone herunterladen. Das ist für die Praxis aber wichtig, schließlich spart das Akkukapazität und sorgt dafür, dass die Navigation unabhängig von Mobilfunknetzen funktioniert. Offline-Wanderkarten gibt es bei keiner App umsonst. Bei Ape@Map geht ohne gekauftes Kartenmaterial (ab 9,99 Euro pro Region) gar nichts. Die Navigation lässt sich nicht mal starten, was schade ist. Denn in dieser App gibt es sehr umfangreiches Kartenmaterial zur Auswahl, das aber eben erstmal im Vergleich eher teuer gekauft werden muss.

Ärgerlich ist der Trend zu Abos – wie bei Outdooractive, Viewranger und Bergfex. Bei Outdooractive fallen monatliche Gebühren von mindestens 2,50 Euro an. Ob sich das für die meisten Nutzer und vor allem für Einsteiger lohnt, ist fraglich. Besser ist, wenn sich Wanderkarten der App einzeln kaufen lassen, wie bei Komoot. Einzelne Regionen kosten 3,99 Euro, die ganze Welt 29,99 Euro. Eine Region gibt es gratis. Die Wander-Apps Outdooractive und Bergfex lassen sich immerhin einen Monat umsonst testen. Im Gegensatz zu Viewranger bei der sich Premiumfunktionen nicht vorher ausprobieren lassen. Wer die App erst mal nur für einen Urlaub braucht, ist mit den Probierversionen von Outdooractive und Bergfex gut bedient.

Das IMTEST-Fazit

Die App Komoot verdient sich die IMTEST-Empfehlung. Planen und Navigieren geht kinderleicht und es gibt viele praktische Funktionen, die aber stets übersichtlich bleiben. Außerdem ist das Bezahlmodell mit Kartenkauf ab 3,99 Euro fair. Dazu kommt eine umtriebige Nutzerschaft, die stets für neue Inspirationen sorgt. Ebenfalls unter den Wander-Apps empfehlenswert: Outdooractive, die aber für die dauerhafte Nutzung ein Abo benötigt. Dafür bekommt der Nutzer eine erstklassige App mit sehr zuverlässigen Planungs- und Navigationsfunktionen. Abgerundet wird das Angebot von ausführlichen Toureninformationen und vielen Filtermöglichkeiten.

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