Saugroboter im großen Test: Welches Gerät reinigt am besten?

Saugroboter sind praktische Helfer. Wenn sie gut funktionieren. Ob das der Fall ist, hat IMTEST mit acht verschiedenen Modellen getestet.
Saugroboter im großen Test
Quelle: IMTEST, Getty Images

Diese Saugroboter sind im Test

Saugroboter gibt es bereits seit 1985, als der Tomy Dustbot der Weltöffentlichkeit präsentiert wurde. Damals eher Spielerei als ernsthafter Helfer gegen den täglichen Staub und Dreck, hat sich vor allem in den letzten Jahren einiges auf dem Markt getan. Nicht nur saugen auch wischen können viele der Roboter heutzutage. Und natürlich spielt das Smartphone dabei eine entscheidende Rolle, denn eine intuitive Bedienung via App ist mittlerweile die Königsdisziplin bei der Einrichtung und dem Betrieb von smarten Geräten zu Hause.

So auch bei den Saug-Wisch-Robotern in diesem Test. Dabei könnten Ausstattung, Leistung und Preise nicht unterschiedlicher sein. Das Modell mit dem höchsten Preis ist hier der Deebot Ozmo T8 AIVI von Ecovacs. Am günstigsten ist der Medion-Saugroboter MD 19601. Preislich dazwischen gibt es noch Geräte von Roborock, Pearl, Zaco und Eufy. Welcher Saugroboter aber bei der Bedienung und Ausstattung Bestnoten erzielen konnte und auch im Testparcours von IMTEST den Boden zum Glänzen bringen konnte, erfahren Sie im Folgenden.

Saugroboter bedienen: So gut funktioniert‘s

Alle Saug-Wisch-Roboter in diesem Testfeld lassen sich mit einer App für iOS- und Android Smartphones steuern und konfigurieren. Bei dem Roboter A10 von Zaco geschieht das sogar optional mit einer im Lieferumfang befindlichen Fernbedienung. Welchen Unterschied sehr gute Apps zu Apps machen, die sich nur auf das Wesentliche konzentrieren, zeigt die Installation der Roboter von Ecovacs, Zaco, Pearl und Medion.

Die Ecovacs-App ist sehr nüchtern, sehr funktionell aufgebaut, führt den etwas erfahrenen Nutzer aber sicher durch die Installation, nur der Wechsel zwischen den WLAN-Einstellungen auf dem Smartphone und dem App-Menü dürfte einige Nutzer auf der Strecke bleiben lassen. Diesen Bruch muss man sich aber letztlich bei jedem Roboter gefallen lassen. Wobei es die App von Zaco deutlich besser macht. Beim Zaco A10 führt ein sehr hübsch gemachtes Tutorial durch die Einrichtung und erklärt dabei auch die wichtigsten Elemente zur Steuerung und Konfiguration des Roboters.

Euvy App im Test
Tutorial: Die Installation des Robovac G30 Hybrid von Eufy funktioniert spielend einfach.
Ecovacs App im Test
Kartografierung: Die Karte der Wohnung, die der Ozmo T8 AIVI zeichnet, ist äußerst detailliert.

Saugroboter von Pearl mit Top-App

Noch besser als Zaco macht es aber Pearl mit dem PCR-8900.app der Eigenmarke Sichler. Das Gerät wird als Legee7 von dem taiwanesischen Unternehmen Hobot gebaut und taucht auch als solches in der Hobot-App auf. Die Installation des Roboters wird nicht nur in der App mit gut verständlichen Abbildungen erklärt, sondern auch parallel via Sprachausgabe in perfektem Deutsch. Ist die Einrichtung beendet, präsentiert sich dem Betrachter ein ausgezeichnetes Menü, das mit einer verständlichen Symbolik und zusätzlichen Beschriftungen arbeitet. Raten ist hier Fehlanzeige. Besser geht es nicht.

Wenn Medion sich hiervon eine Scheibe abschneiden würde und zu dem in puncto Putzleistung sehr ordentlichen und sehr günstigen MD19601 eine bessere App liefern würde, wäre der erste Medion-Saugroboter mit App-Steuerung der heimliche Star in diesem Testfeld. So verfügt der weiße Roboter zwar über eine Verknüpfung zu den Sprachassistenten Alexa von Amazon und dem Google Assistant, aber diese perfekt funktionierende Integration hilft leider nicht über das nicht sehr intuitive Menü hinweg. Die vorhandenen Funktionen, die man sich merken muss, sind aber dann auch für Einsteiger in kurzer Eingewöhnungszeit zu erlernen.

Sichler App für Pearl
Auf einen Blick: Die acht verschiedenen Putz-Modi des Pearl-Roboters sind intuitiv aufrufbar.

Sensoren der Saugroboter im Test

Günstige und teure Saugroboter unterscheiden sich im Wesentlichen aber nicht nur durch die Apps zur Steuerung mit dem Smartphone, sondern vor allem durch die Bestückung mit mehr oder weniger empfindlichen Sensoren und hochauflösenden Kameras. Ein direkter Vergleich des günstigen Einsteigermodells Deebot U2 Pro und dem Testsieger Deebot Ozmo T8 AIVI veranschaulicht die unterschiedlichen Ansätze sehr schön. Denn obwohl der günstige U2 Pro von Ecovacs Hindernisse gut erkennt, zeigt er hier Schwächen während der Testsieger in diesem Bereich um einiges zuverlässiger ist.

Saugroboter im Detail

Ecovacs Deebot U2 im Hindernisparcours

Obwohl der kleine Ecovacs weder über eine Kamera noch über künstliche Intelligenz verfügt und auch keine Karte aufzeichnet, funktioniert die Orientierung via Gyroskop-Sensor über die Drehungen der Räder gut. Verlässt der Saugroboter seine Station, folgt er festen Bahnen in einem Raum, erledigt seine Aufgabe, also entweder nur Saugen oder Saugen und Wischen, und fährt anschließend noch einmal alle Ränder ab, bevor er wieder selbstständig zur Ladestation fährt.

Auf seinem Weg erkennt er Hindernisse über Infrarot-Sensoren und Kollisionssensoren. Das heißt, der Roboter hält vor Wänden oder Türen rechtzeitig an, fährt aber auch oftmals gegen Tischbeine oder im Weg liegende Schuhe. Ein Treppensensor schützt ihn zudem vor dem Sturz ins Erdgeschoss. Über einen solchen Sensor verfügt auch der sehr günstige Saugroboter MD19601 von Medion, der bei jedem Testlauf am Treppenabsatz rechtzeitig Halt machte. Doch beim Deebot Ozmo T8 AIVI sieht das schon ganz anders aus.

Testsieger der Saugroboter am schlausten

Bei dem aktuellen Top-Modell von Ecovacs, dem Deebot Ozmo T8 AIVI, ist das Thema Sensorik auf einem ganz anderen Level als beim U2 Pro oder dem Medion. Denn der T8 AIVI ist deutlich schlauer, insbesondere bei der Hinderniserkennung erreicht er Bestwerte. Möglich macht das die Integration einer Kamera und die Navigation per Laser, die weit entfernte Objekte erfassen und daraus einen Weg zur Reinigung berechnen kann. Beim T8 ist das Wort Hinderniserkennung zudem auch durchaus wörtlich zu nehmen, da die künstliche Intelligenz die erfassten (auch visuellen) Daten auswertet und so beispielsweise Schuhe auch als Schuhe erkennt und Hindernisse wie das dünne Stahlgestell eines Freischwingerstuhls einfach umfahren lässt.

Die Sensoren des Saugroboters sorgen auch dafür, dass die ganze Wohnung nahezu perfekt kartografiert und in der sehr guten App angezeigt wird. So können dann einzelne Räume zur Reinigung ausgewählt werden und beispielsweise die Haustür mit einer unsichtbaren Schranke versehen werden, damit der Roboter nicht plötzlich einen Ausflug in den Garten macht.

Saugroboter mit schwammigem Datenschutz

Der neue N8 Pro Plus von Ecovacs verfügt nahezu über die gleichen Sensoren wie das teurere Top-Modell, muss aber auf die AIVI-Technologie verzichten und damit auf die intelligentere Hinderniserkennung. Zu Geräten ohne Kamera sollten ohnehin diejenigen greifen, die es nicht möchten, dass ein Roboter Fotos und Videos aufnimmt und sie unter Umständen zur Verbesserung der künstlichen Intelligenz verwendet.

In den Datenschutzbestimmungen vom Ozmo T8 AIVI fand IMTEST-Experte und Rechtsanwalt Christian Oberwetter dann auch Auffälligkeiten. Welche Daten technisch erfasst werden können, ist darin nicht klar beschrieben. Aber es hört sich zumindest so an, als würden Videos von der Wohnung und zudem von anwesenden Personen gemacht werden können. Ecovacs bleibt dabei auf IMTEST-Nachfrage schwammig und verweist auf die Tatsache, dass alle Daten nur lokal auf dem Roboter gespeichert werden, nicht in der App, und die Videofunktion zudem passwortgeschützt sei. In puncto Sauberkeit beim Saugen und Wischen ist man da deutlich besser aufgestellt. Denn da macht dem Ozmo T8 AIVI keinem etwas vor. Bis auf Pearl mit dem PCR-8900.app.

Verpackungsmüll beim Euvy Saugroboter
Kein Ökosieger: Beim Robovac G30 Hybrid von Eufy ist viel zu viel Plastik im Karton.

Saugroboter im Praxistest

Alle Roboter müssen im standardisierten Testparcours von IMTEST zehn Reinigungsaufgaben erledigen und sich dabei durch Hindernisse wie Stühle, Tische, Hundenäpfe und Schuhe manövrieren. Die schwierigste Disziplin ist die Aufnahme von leicht angetrocknetem Senf. Diese wird auch nur vom T8 Ozmo AIVI und dem Pearl dank ihrer vibrierenden Wischplatten zufriedenstellend erledigt. Dadurch werden Verschmutzungen nicht einfach nur weggewischt, sondern eher wegpoliert.

Der Pearl-Roboter hat dafür sogar noch eine Extra-Funktion, die ihn länger auf einer zugewiesenen Stelle schrubben lässt. Verstreutes Salz oder Reis aufzusaugen, ist für alle Roboter bis auf den Zaco A10 und den Pearl ein Problem, da die Körner von den seitlichen Drehbürsten im ganzen Raum verteilt werden und so mehrere Durchläufe für eine komplette Reinigung notwendig sind. Dafür zeigt sich der Pearl mit einer kleinen Schwäche, was den Wischmop angeht. In diesem verfängt sich während des Betriebs viel Schmutz.

Saugroboter, die auch wischen

Befinden sich die Roboter im Saug- und Wischmodus, machen sie allesamt sauberer als im reinen Saugmodus, der eben nur für die tägliche Schnellreinigung verwendet werden sollte. Wischmeister ist mit großem Abstand das Pearl-Gerät, da es – im Gegensatz zu den anderen Modellen – das Wasser nicht durch den Feudel sickern lässt, sondern über vier Düsen an der Unterseite direkt auf den Fußboden spritzt. Klasse. Bei langflorigem Teppich spielen die beiden Top-Modelle von Ecovacs groß auf. Sowohl der Ozmo T8 AIVI als auch der neue N8 Pro+ fliegen förmlich über den Teppich. Die Saugroboter von Medion und Zaco tun sich da schon schwerer.

Das IMTEST-Fazit

Die Saug- und Wischroboter in diesem Testfeld spielen alle in unterschiedlichen Preisklassen, was auf den ersten Blick vielleicht nicht fair erscheint. So sind zwischen Testsieger Deebot Ozmo T8 AIVI von Ecovacs und dem Preis-/Leistungssieger MD19601 von Medion 600 Euro Preisdifferenz. Aber eben auch deutliche Unterschiede in der Hinderniserkennung, der Reinigungsleistung und der Bedienung via Smartphone-App. Dazwischen bieten die Saugroboter von Zaco, Eufy und insbesondere von Pearl gute Leistungen für nahezu jeden Geldbeutel. Damit auch Sie künftig ihren Roboter einfach putzen lassen können.

Fotos: IMTEST, Hersteller

Testergebnis teilen

Share on facebook
Facebook
Share on twitter
Twitter
Share on whatsapp
WhatsApp
Share on email
Email
Share on pinterest
Pinterest

Weitere Smartphone-tests

Samsung Galaxy A72 im Test: Mittelklasse ohne 5G

Das Galaxy A72 ist neben dem Galaxy A52 Samsungs neustes Mittelklasse-Smartphone – und das teurere. Ob es auch besser ist, klärt der Test. IMTEST hat das Galaxy A72 geprüft. Produktdetails Preis: ab 449 Euro Bildschirm: 6,7 Zoll / 2.400 x 1.080

Weiterlesen »