OnePlus 9 Pro im Test: Profi-Kamera und Spitzen-Display

Starke Technik innen, attraktives Design außen: Das OnePlus 9 Pro weckt Begehrlichkeiten. Aber wie gut ist es wirklich? IMTEST hat das neue Spitzenmodell des chinesischen Herstellers OnePlus geprüft.
Produktdetails

Oneplus 9 und oneplus 9 pro vorgestellt

Am 23. März 2021 stellte OnePlus seine beiden neuen Oberklasse-Geräte vor: Das OnePlus 9 und OnePlus 9 Pro. Das Wort “Oberklasse” möchte hier in zweifacher Hinsicht verstanden sein: Zum einen sind beide Smartphones im oberen Preissegment ab 699 Euro angesiedelt. Zum anderen bieten sie eine Ausstattung, die Nutzern jeden Wunsch zu erfüllen verspricht. Hierfür hat sich Hersteller OnePlus innovative Neuerungen einfallen lassen und entwickelte einige von ihnen in Kooperation mit dem Kamera-Hersteller Hasselblad. Das Resultat und wie es sich im Test schlägt.

Oneplus 9 Pro: Edles Design und wasserdichtes gehäuse

Schon äußerlich hat sich einiges im Vergleich zum bereits hochwertigen Vorgänger getan. Statt knalliger Farben gibt es nun eher gedeckte Töne. Zwei der drei Farben kommen mit matter Glasrückseite edel und dezent daher. Die Farbe des vorliegenden Testmusters nennt sich Morning Mist und erinnert an glänzendes Chrom. Die rückseitigen Kameras wandern von der Mitte hin zum Rand, sind schick umrahmt und nehmen etwas mehr Platz ein als noch beim 8 Pro.
 
Sehr schick: Die Farbe Morning Mist erinnert an blanken Chrom.

Bildschirm: SCHARF, SCHNELL, BRILLANT

Mit 3.216 x 1.444 Pixeln auf 6,7 Zoll löst der Bildschirm sehr hoch auf. Auf die Fläche gerechnet ergibt das 525 Pixel pro Zoll und ein scharf gestochenes Bild. Wichtiger aber ist die verbaute AMOLED-Technologie. Die erlaubt ein tiefes Schwarz und hohe Kontraste. Mittlerweile findet man die Technologie schon in Handys im Preisbereich ab 300 Euro. Die qualitativen Unterschiede sind allerdings groß. Zu den Spitzenreitern zählen die hochpreisigen Smartphones von Samsung, aktuell etwa das Galaxy S21 Ultra 5G. Doch das OnePlus 9 Pro kann mithalten: Die Farben sind kräftig, aber noch natürlich, der Kontrast sehr hoch. Auch feinste Farb-Abstufungen werden sehr differenziert angezeigt. Verantwortlich dafür ist die 10-Bit-Farbtiefe, die mehr Farben darstellen kann als die meisten Smartphone-Bildschirme. Das Galaxy S21 Ultra 5G erzielt dafür im Testlabor die höhere Bildschirm-Helligkeit (1.145 Candela pro Quadratmeter, cd/qm) als das OnePlus 9 Pro (980 cd/qm). Der Unterschied ist in der Praxis allerdings nur bei sehr hoher Sonneneinstrahlung sichtbar, die das Ablesen des Bildschirms erschwert. Bewegtbild gibt das das 9 Pro mit bis zu 120 Bildern pro Sekunde wieder. Das entspricht 120 Hertz. Weil das aber viel Strom verbraucht, bedient sich das Smartphone einer pfiffigen Technik: Es variiert die sogenannte Bildwiederholrate. Bei der Betrachtung von Fotos beispielsweise schaltet die Automatik auf 1 Hertz – hier blickt man schließlich nur auf ein Bild zur Zeit. Videos werden mit 24 Hertz abgespielt und beim Surfen oder Spielen steigt die Frequenz auf bis zu 120 Hertz. 

Auf 6,7 Zoll zeigt das Display des OnePlus 9 Pro mit 3.216 x 1440 Pixeln ein sehr scharfes Bild. Auch Farbdarstellung, Kontraste und Helligkeit sind sehr gut.
Das Display des OnePlus 9 Pro zeigt brillante Farben und hohe Kontraste.

Kamera: schöne grüße von Hasselblad 

Rückseitig verbaut OnePlus vier Objektive plus Lasersensor zur Abstandsbestimmung. Aus der Zusammenarbeit mit dem schwedischen Traditionsunternehmen Hasselblad resultieren zwei Innovationen. Zum einen wurde der Kamera-Sensor feinjustiert für eine genaue Farbwiedergabe. Zum anderen gibt es einen Profi-Modus in der Kamera-App. Darüber lassen sich ähnlich wie einer Profi-Kamera ISO-Wert, Belichtungszeit und die Blendenzahl einstellen. Im Test lieferte die Hauptkamera (48 Megapixel) beeindruckende Ergebnisse mit hoher Bildschärfe, vielen Details und natürlicher Farbwiedergabe. In schattigen Bereichen wiesen die Fotos dann aber doch das Smartphone-typische Bildrauschen auf – wenn auch nur minimal. Mit dem Pro-Modus ließen sich bewegte Objekte scharfgestochen einfangen, etwa die zitternden Äste eines Busches im Wind. Eine weitere Besonderheit ist die Ultraweitwinkel-Kamera. Die findet man mittlerweile in Smartphones fast jeder Preisklasse, allerdings lösen die meist so gering auf, so dass große Betrachtungswinkel mit wenigen Bilddetails erkauft werden. Nicht so beim OnePlus 9 Pro: Hier löst der Ultraweitwinkel mit 50 Megapixeln auf, zeigt ein scharfes Bild mit vielen Details. Hiermit gelingen kunstvolle Aufnahmen und spannende Perspektiven – übrigens auch im Nahbereich von wenigen Zentimetern.

Kameras: Oben der Ultraweitwinkel (50 MP), darunter die Hauptkamera (48 MP), unten zur Unterstützung der Hauptkamera das Teleobjektiv für den Zoom sowie die Monochrom-Linse für stärkere Kontraste.
Der Pro-Modus erlaubt viele Detail-Einstellungen wie Blendenzahl, Belichtungszeit und mehr.
Die Hauptkamera lichtete des Testbild hochauflösend und farbgenau ab.
Die hochauflösende Ultraweitwinkel-Kamera liefert beeindruckende Perspektiven.
Die Ultraweitwinkel-Kamera dient auch Nahaufnahmen (Makro) und zeigt auch hier eine gute Detailwiedergabe.
Dank Profi-Modus lässt sich unter anderem die Belichtungszeit einstellen um selbst schnell bewegende Objekte wie hier die Äste im Wind scharf gestochen abzulichten.
Guter Zoom: Bei vierfacher Vergrößerung zeigen die Fotos eine sehr gute Bildschärfe. So sind die feinen Strukturen des Rathaus-Turmes sehr gut erkennbar.

OnePlus 9 pro: rasanter Prozessor und 5G

Der Prozessor liefert Bestwerte: Sowohl die Arbeitsleistung (Geekbench: 3.702 Punkte bei Mehrkern-Berechnungen) , als auch die Spieleleistung (3D Mark Sling Shot Extreme: Maximal-Wert) erreicht im Testlauf sehr gute Ergebnisse. Kein Wunder, denn der verbaute Snapdragon 888 ist der derzeit schnellste Prozessor für Androiden. Ebenso fix geht es auch ins Netz: Mobil sind dank neuem Mobilfunktstandard 5G bis zu 935 Megabit pro Sekunde möglich – den passenden Tarif vorausgesetzt. Im WLAN erreicht das OnePlus 9 Pro ebenfalls Höchstgeschwindigkeiten bis zu 1.400 Megabit die Sekunde (ax-Standard). Kurzum: Das OnePlus 9 Pro ist rasant in jeder Hinsicht. Die Bedienung ist flüssig und schnell, Ladezeiten sehr kurz und die Leistung eignet sich bestens für 3D-Spiele und Videoschnitt.

etwas kurze Laufzeit, schnelle Ladedauer

In Sachen Tempo geht es weiter: Denn die Ladezeit des OnePlus 9 Pro setzt neue Maßstäbe. Mit der eigens entwickelten Ladetechnik namens Warp Charge ist der Energiespeicher in 30 Minuten von 0 auf 100 Prozent aufgeladen. Schneller war bisher kein Smartphone bei IMTEST. Kleines Manko: Der Akku misst 4.500 Milliamperestunden – nicht herausragend viel. Im Test erzielte die leistungshungrige Hardware eine Laufzeit von 9:31 Stunden. Sparsame Mittelklasse-Smartphones kommen auf 12-15 Stunden. 

viel Speicher, Dual-SIM und Fingerabdrucksensor

Als Betriebssystem kommt das aktuelle Android 11 zum Einsatz, das auf dem 256 Gigabyte großen Speicher installiert ist. Eine Erweiterung des Speichers per microSD-Karte ist nicht möglich. Dafür beherrscht das Gerät zwei SIM-Karten dank Dual-SIM. Zur Entsperrung des Smartphones verbirgt sich der Fingerabdrucksensor unter dem Bildschirm. 

FAZIT

OnePlus liefert mit dem 9 Pro ein Gerät der Superlative ab: Der Bildschirm ist mit seinen starken Kontrasten, brillanten Farben und der hohen Auflösung erstklassig. Die Kamera wartet mit innovativen Extras auf und dürfte den einen oder anderen Hobby-Fotografen dazu bewegen, seine Kamera zuhause zu lassen. Der Chipsatz bringt den neuen Mobilfunkstandard 5G mit und sorgt außerdem für eine enorme Rechenleistung, die sich von der flüssigen Bedienung bis hin zu aufwendigen 3D-Spielen bemerkbar macht. Das Gehäuse ist so schick wie es sich für die starke Hardware gebührt und außerdem wasserdicht. Das Aufladen erfolgt per Kabel und kabellos binnen weniger Minuten. Dafür fällt die Akkulaufzeit etwas kurz aus. Auch erlaubt sich die Hauptkamera kleinere Schwäche, etwa in dunklen Bildbereichen. Die Qualität der Selfie-Kamera bleibt leider nur durchschnittlich. 

PRO

Brillantes, scharfes, helles Display, schnelles 5G, sehr hohe Arbeitsleistung, gute bis sehr gute Kamera-Qualität, sehr schnelles Laden (auch kabellos)

Kontra

etwas kurze Akkulaufzeit, etwas schwache Selfie-Kamera

IMTEST ERGEBNIS: gut 1,9

Fotos: IMTEST, Hersteller

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