Umgekehrt: Sekundenschnelle Oberhitzegrills

Seit Oberhitze-Grills günstig zu haben sind, macht Grillen noch mehr Spaß. Sie brennen mit bis zu 800°C auf das Fleisch und zaubern im Nu eine ideale Kruste. IMTEST hat drei Gas- und zwei Stromgrills im Querformat bis 300 Euro getestet.

Steak auf dem Grill
Das Fleisch wird im 800-Grad-Grill unter extreme Hitze gesetzt. Dabei karamellisiert das Äußere. Das Innere bleibt saftig.

Die ultimativen Grills für die perfekte Röstung von Steaks haben viele Namen: Burner, Beefer oder Steaker sind nur eine kleine Auswahl der Produkt-Bezeichnungen, die alle das gleiche beschreiben: Oberhitzegrills, die mit bis zu 800°C oder darüber die Oberfläche in Sekundenschnelle karamellisieren. Das ergibt besondere optische wie geschmackliche Reize, weil der Fleischsaft blitzschnell im Fleisch gefangen wird und das Stück zart und saftig bleibt. Haben solche Spezial-Brenner anfangs 700 Euro aufwärts gekostet, sind heute Geräte im Querformat mit teilweise viel Platz auf dem Rost für weniger als die Hälfte zu finden.

Die richtige Ausstattung

Um ein gleichmäßiges Grillergebnis über die gesamte Rostfläche zu erhalten ist ein großer Brenner erforderlich, kleine Hitzequellen führen zu einem Hitzespot. Primaster und Dangrill haben diese Anforderung sehr gut auf zwei Wegen umgesetzt: Wo sich in dem erstgenannten Gerät eine Brennerfläche findet die beinahe genau so groß ist wie der darunter liegende Rost, hat der andere Hersteller zwei unabhängig voneinander regelbare Heizquellen montiert. Das andere Extrem zeigt der Grill von Heimwert und auch bei Garwerk tritt der Effekt auf: Deutliche Hitzespots durch vergleichsweise kleine Brenner im Toastbrot-Test, die sich auch beim Grillen zeigen. Wichtig sind auch die Anzahl der Rost-Einschübe sowie der maximal mögliche Abstand des Rosts zur Heizquelle. Je mehr Abstand es nach unten gibt, desto eher gibt es ein perfektes Plätzchen zum Nachgaren oder zum Grillen von Wurst. Die Einschubleisten sollten sich für die Reinigung komplett entfernen lassen. Gibt es im Garraum zu viele unerreichbare Winkel, sammeln sich dort unansehnliche Grillreste. Im getesteten Heimwert-Grill tragen die Einschübe zwar kaum auf, dafür aber sind sie vernietet und bilden viel Platz für bleibenden Schmutz. Auch das Einschub-Rack von Dangrill lässt sich ohne Werkzeug nicht entfernen, hier ist noch mehr Raum für versteckte Ablagerungen. Primaster hingegen hat die beiden Einschubleisten so gestaltet, dass sie lediglich an jeweils vier kleinen Bolzen im Garraum eingehängt werden – so lässt sich die Fläche dahinter sehr gut reinigen. Apropos Fettspritzerei: Ohne eine Schutzfläche vor dem Garraum sieht es dort nach dem Grillen nicht gut aus. Schön, wenn es hier eine fest montierte, einhängbare oder herausziehbare Edelstahlplatte gibt. Nichts dergleichen hat Garwerk an seinem Grill konstruiert, hier muss improvisiert werden. Feste Flächen wie bei Heimwert erfüllen ihren Zweck gut, benötigen aber vergleichsweise viel Stellfläche. Besser sind Lösungen zum Einhängen wie bei Primaster, zum Herausziehen wie bei Dangrill oder die nach unten klappbare Türe des Steakhouse Burner. Auf manch einen Grill lässt sich eine Edelstahlschale stellen oder bündig versenken. Hier kann Gargut nachziehen, Gratin warmgehalten werden oder Gemüse aldente garen. Bei nur zwei Test-Kandidaten wurde so weit gedacht: In der Oberseite des Dangrills ist eine sehr große und gedeckelte Edelstahl-Schale bündig versenkt, bei Garwerk balanciert eine flache Warmhalteschale ohne Deckel sicher auf vier eingeschraubten Stiften.

Kleine, aber feine Details

Und auch Ausstattungsdetails wie Griffmulden für den sicheren Transport, Gerätefüße zum Schutz der Tischoberfläche oder Rostgriffe mit integriertem Werkzeug sind clever. Da die Grills durchaus 10 Kilogramm und mehr wiegen können, ist sicherer Halt beim Handling wichtig: Garwerk und Primaster haben Griff mulden mit sehr gut abgerundeten Kanten in den Geräteboden integriert und auch der Steakhouse Burner lässt sich sicher untergreifen. Am schwersten Gerät im Test, dem Dangrill, fehlen solche Eingriff e und wer bei Heimwert unterfasst, kann sich an dem scharfkantigen dünnen Blech vielleicht sogar verletzen. Auch fehlen hier im Gegensatz zu den anderen Probanden separate Füße, das scharf gekantete Bodenblech ist keine Alternative. Sehr praktisch bei der Rostgestaltung bzw. dem abnehmbaren Griff ist es, wenn dafür nur eine Hand erforderlich ist. So bleibt die andere frei für die Grillzange, zum Würzen oder das Bier. Selbst für den größten Rost im Test von Dangrill ist nur eine kräftige Hand erforderlich. Der Griff steckt hier sicher in den vorgesehenen Aussparungen. Wie auch bei Garwerk, Primaster und dem Steakhouse Burner. Nur Heimwert hat auf die unpraktische Doppellösung mit zwei Griffen gesetzt.

So schmeckt es

Die Ausstattung ist aber das Eine, das Grillen selbst das Andere. Die Tester wollten wissen, wie gleichmäßig strahlt der Brenner, wie heiß wird er, wie gelingen das Steak, der Patty und die Grillwurst? Dafür wurde zunächst den Toastbrot-Test durchgeführt, bei dem der Rost mit Brotscheiben ausgelegt, etwa in die Mitte des Garraumes geschoben und der Brenner hoch gefahren wird. Vom Hitzespot bis zu guter Bräunungs-Verteilung gab es alles zu sehen. Nackensteaks vom Schwein haben die volle Heizleistung in der ersten oder zweiten Schiene abbekommen. Hier sollte es eine möglichst schnelle Bräunung geben, länger als 90 Sekunden hat das bei keinem der Grills im Test kaum gedauert. Gefrorene Patties mussten ebenfalls die volle Power ertragen, jedoch etwas tiefer im Grill, damit sie auftauen konnten. Knapp drei Minuten pro Seite hat das durchschnittlich gedauert. Neugierig waren die Tester auf den Wurst-Versuch. Wäre es nicht praktisch, wenn sich auch so ein Klassiker zubereiten ließe? Also: Rost unten eingeschoben, Temperatur auf Min. geregelt und fleißig gewendet. Die Ergebnisse waren leider nur durchwachsen.

FAZIT

Bei genauer Betrachtung zeigen sich große Unterschiede hinsichtlich der Ausstattung und Funktionalität, die spätestens beim ersten Grillversuch zu Enttäuschung führen können. Der Testsieger Roastmaster 2.0 von Primaster zeigt jedoch, dass es nicht nur sehr gut, sondern gleichzeitig auch unschlagbar günstig geht.

IMTEST
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