Küchenmaschinen im großen Test: Thermomix, Krups & Co.

Manche lieben Küchenmaschinen wie den Thermomix, andere halten sie für überflüssigen und überteuerten Schnickschnack. Wo die Geräte helfen und was sie können, hat IMTEST mit einem Test von fünf Modellen herausgefunden.
Fünf Küchenmaschinen im Test
Quelle: IMTEST, Hersteller

Test der Küchenmaschinen: Diese Geräte sind dabei

Kochfeld, Backofen, Pfanne, Topf und Kochbuch sind für viele Menschen nicht die idealen Werkzeuge zur Herstellung einer gelungenen Mahlzeit. Wer Hightech in der Küche will, greift zu Küchenmaschinen mit Kochfunktion. Der unangefochtene Klassiker ist seit Jahren Vorwerks Thermomix. Ganz ohne menschliches Zutun bringen derartige Geräte leckere Gerichte zwar auch nicht auf den Tisch. Doch die Hersteller versprechen fast durchgängig, dass diese Gerätetypen vieles besser, schneller und schmackhafter zubereiten können als ein ambitionierter Amateur am Herd.

IMTEST hat sich fünf der beliebtesten Küchenmaschinen vorgenommen. Darunter sind neben dem Thermomix dabei: der Prep & Cook XL von Krups, der Cookit von Bosch, der ClickChef HF von Moulinex und das im Vergleich günstige Modell Monsieur Cuisine Connect von Silvercrest für 388,94 Euro. In Labor- und Küchentests wurde überprüft, wie gut die Kombination aus rühren, hacken, braten, kneten und kochen in einem Gerät tatsächlich funktioniert.

Das Wichtigste zum Küchenmaschinen-Test in Kürze

  • Neben den Funktionen und der Bedienung wurden auch Lautstärke, Stromverbrauch und die maximale Temperatur getestet.
  • Drei Küchenmaschinen haben Touchdisplays und können mit dem Internet verbunden werden. Dies bietet Zugriff auf zahlreiche Rezeptideen.
  • Die großen Töpfe sind nur bedingt handlich und können schnell schwer werden.
  • Im mitgelieferten Zubehör gibt es große Unterschiede, was die Anzahl betrifft.
  • Beim Geschmackstest haben die Speisen des Profikochs bessere Ergebnisse erzielt als die Küchenmaschinen.

Für wen sich die Küchenmaschinen eignen

Die Fans von Thermo-Küchengeräten sind so vielseitig wie die Zubereitungsmöglichkeiten mit diesen besonderen Multitalenten. Menschen mit einem Faible für moderne Technik sind ebenso begeistert wie Küchenneulinge, die sich erhoffen, derartige Küchenmaschinen könnten auf Knopfdruck fertige Menüs zaubern. Doch es gibt auch die Pragmatiker, die den unbestreitbaren Nutzen erkennen und neben der normalen Kocharbeit vor allem von den vielen Zusatzfunktionen profitieren wollen: rühren, schlagen, häckseln, mixen. Wer lieber selbst den Kochlöffel schwingt und von Anfang bis Ende alles von Hand zubereiten möchte, wird diese Kombigeräte eher nicht benötigen.

Wie der Test der Küchenmaschinen gezeigt hat, gilt auch der Vorteil der Zeitersparnis nicht immer und pauschal. Sicher, ein großer Berg geschälter und grob zerkleinerter Zwiebeln lässt sich durchaus in wenigen Sekunden fein hacken, was per Hand länger dauert. Eine ordentliche Portion Fleisch, etwa für ein Gulasch, ist aber in einer großen Pfanne mit viel Hitze wesentlich schneller angebraten als in einem knappen halben Dutzend Chargen im Thermotopf. Vorausgesetzt natürlich, die Geräte können überhaupt Temperaturen zum scharfen Anbraten erreichen. Das hat im Testfeld nur eine einzige Küchenmaschine zufriedenstellend geschafft.

So lief der Küchenmaschinen-Test

Das Kochergebnis zählt natürlich in erster Linie beim vergleichenden Blick auf die Küchenmaschinen. Doch auch scheinbar nebensächliche Aspekte verdienen eine genauere Betrachtung. Diese Punkte hat IMTEST sich angesehen und gemessen:

Die Werkzeuge am Boden der Töpfe und die je nach Einsatzzweck erforderlichen Aufsteckgeräte sehen bei den einzelnen Herstellern teilweise grundverschieden aus. Daher können auch die Ergebnisse unterschiedlich ausfallen, zumal die Grundflächen der Topfböden nicht gleich sind. Dafür hat IMTEST 100 Gramm Haselnüsse gemahlen, 200 Milliliter Sahne geschlagen und jeweils einen eher flüssigen Rührteig für Sandkuchen sowie einen relativ festen Hefeteig für Baguettes vermengt und geknetet.

Laute Maschinengeräusche in der Küche lassen sich bei manchen Arbeiten nicht vermeiden. So sind die Küchenmaschinen mit ihren hochtourig drehenden Motoren alles andere als leise. Je nach Konstruktion und verwendeten Bauteilen sind auch hier die Messergebnisse nicht einheitlich. Zwar ist keine wirklich leise Maschine unter den Probanden, doch eine festgestellte Differenz von knapp 3,5 dB zwischen dem leisesten und dem lautesten Gerät macht subjektiv mehr aus, als es die relativ kleine Zahl vermuten lässt. Das Schallpegel-Messgerät belegt die Unterschiede.

Hier hat IMTEST zwei Werte mit dem geeichten Strommessgerät ermittelt. Sowohl bei leerem Topf mit maximaler Drehzahl als auch während des Erhitzungsvorgangs beim Wasserkochen mit maximaler Leistung wurde der Stromverbrauch gemessen. Bei der ersten Messung wurde kurz abgewartet, bevor der Wert seinen Platz in der Tabelle gefunden hat. Denn der Anlaufstrom eines Elektromotors ist bis zum Erreichen der gewählten Drehzahl immer etwas höher als der Verbrauch, der sich nach kurzer Betriebsdauer einpendelt. Beim Heizen hingegen zeigt sich, dass der Stromverbrauch quasi vom ersten Moment an beim technisch vorgegebenen Maximum lag.

Mit einem Thermokochgerät in der Küche lässt sich auf den separaten Wasserkocher verzichten. IMTEST hat deshalb die Dauer und den Stromverbrauch gemessen, bis ein Liter zimmerwarmes Wasser gesprudelt hat. Die Zeitdifferenzen lagen nicht so weit auseinander. Um die tatsächliche Temperaturentwicklung im Topf zu verfolgen, steckte ein Thermometer im Wasser. So war der Heizfortschritt stets im Blick.

Zudem gab es mit dem Küchenmeister Christian Günther einen Geschmackstest: Welche Küchenmaschinen können beim Gulaschkochen mit dem Profi mithalten? Mehr dazu unter „Die Küchenmaschinen im Geschmackstest“.

Die Bedienung der Küchenmaschinen im Test

Grundsätzlich unterscheiden sich die fünf Thermokocher im Test – von der extrem weiten Preisspanne abgesehen – in zwei Bereichen: Touchdisplay mit Internetverbindung oder Tastenbedienung ohne Internet. Der Prep & Cook von Krups und der Moulinex‘ Click Chef bieten beide kein berührungsempfindliches Display. Im Vergleich wirkt das etwas altbacken. Doch dafür lassen sich die Küchenmaschinen auch sehr direkt mit vielen spezifischen Knöpfen steuern. Sind die Displays wie beim Moulinex jedoch sehr klein, bieten sie oft gerade einmal Informationen zu Drehzahl, Zeit und Temperatur. Farbige Illustrationen oder ansprechende Anleitungen sind bei den Geräten die Ausnahme, wie beim Thermomix.

Bei den „analogen“ Geräten sind dafür alle Hauptfunktionen mit einem Knopfdruck abrufbar und stehen sehr schnell zur Verfügung. Eine Fehlbedienung ist kaum möglich. Und doch können die zwei vermeintlich sehr einfachen Küchenmaschinen mehr als nur An/Aus, Rühren, Heizen oder Zeitwahl. Neben der manuellen Bedienung sind hier Programme für die Hauptzubereitungsarten hinterlegt. Mit Spezialanleitungen für Soße, Suppe, Garen, Dampfgaren, Teig und Dessert bietet Krups Prep & Cook davon sechs. Immerhin fünf hat Moulinex zu bieten: Langsames Kochen, Suppe, Teig, Dampfgaren und Soße. Allerdings beim Testkandidaten nur in englischer Beschriftung auf dem Gerät.

Drei Küchenmaschinen mit Touchdisplay getestet

Die drei Maschinen von Bosch, Vorwerk und Silvercrest haben Touchdisplays. Letztere sogar im XL-Format mit etwa 16 Zentimetern Diagonale, was etwa einem Smartphone-Display mittlerer Größe entspricht. Nur beim Cookit von Bosch ist es etwas kleiner. Die Menüführung via Display wird bei Bosch von integrierten Schiebereglern mit drei umliegenden, berührungsempfindlichen Feldern für An/Aus, Startbildschirm und Waage ergänzt. Bei den beiden anderen Küchenmaschinen finden sich Drehschalter zum Wählen und Einstellen von Temperatur, Drehzahl und Zeit. Die gewählten Einstellungen werden auf Druck bestätigt. Im Eifer des Küchengefechts kommt es durchaus vor, dass man mit dem Finger auf dem Display verrutscht, versehentlich falsche Infos aufruft oder der aktuelle Vorgang ganz verschwindet. Bosch und Silvercrest fragen dann sofort nach, ob das Absicht war. Bei Vorwerk hingegen kommt die Frage erst, wenn eine neue Aktion gestartet wird.

Während der schrittweisen Führung durch die einzelnen Arbeitsgänge illustriert der Cookit von Bosch mit Produktbildern oder Fotos der momentan erforderlichen Werkzeuge oder Zubehörteile. Optisch ist das sehr ansprechend. Monsieur Cuisine Connect von Silvercrest und Vorwerks Thermomix beschränken sich hingegen auf kurze Texte und Grafiken. Das klappt zwar auch, ist aber vergleichsweise schlicht. Profiköche wie Christian Günther von der Kochschule Hamburg mögen berührungsempfindliche Displays generell nicht so gerne, weil oft mehrere Befehle erforderlich sind, um beispielsweise zu mixen. Bei älteren oder anderen Küchenmaschinen geht das mit einem Knopfdruck. Allerdings nutzen Profis derlei Geräte ohnehin meistens nur, um etwa Gemüse oder Gewürze zu häckseln oder zu mahlen. Eine komplette Suppe bereiten sie kaum darin zu.

Küchenmaschinen mit großer Rezeptwelt per WLAN

Die drei Displaygeräte (Bosch, Silvercrest, Vorwerk) können via WLAN mit dem Internet verbunden werden. Dort stehen je nach Anbieter Hunderte oder gar Tausende weitere Rezepte zur Verfügung. Bei den Küchenmaschinen von Silvercrest und Vorwerk gelingt der Sprung ins Netz schnell und unkompliziert nach einmaliger Eingabe des WLAN-Passworts. Dann folgt die Anmeldung bei den Online-Datenbanken. Eine Mitgliedschaft bei Cookidoo (Vorwerk) kostet aber beispielsweise 36 Euro pro Jahr. Dafür sind aktuell aber auch mehr als 8.600 Rezepte gelistet. Der Cookit von Bosch benötigt für den Weg ins Netz die Home Connect App auf Smartphone oder Tablet, was etwas umständlich ist. Insgesamt erweitert die Möglichkeit der Internetverbindung den Aktionsradius der Küchenmaschinen enorm. Außerdem wachsen die Online-Gemeinschaften stetig und damit steigt auch die Zahl der zur Verfügung stehenden Rezeptideen.

Küchenmaschinen im Test brauchen Platz

So sehr die virtuellen Möglichkeiten und Angebote auch wachsen, das physische Gerät auf der Küchenarbeitsplatte bleibt immer gleich. Rein äußerlich betrachtet, sind die fünf Küchenmaschinen durchaus verschieden, was sich aber nicht nur mit dem Funktionsumfang erklären lässt. Hier spielen Motoren und vor allem auch die Topfgröße eine große Rolle. So ist das Basisgerät der mit großem Topf ausgestatteten Bosch-Maschine ein eher klein, flach und schmal konstruierter Apparat. Dieser wirkt auf der Arbeitsplatte wirkt alles andere als wuchtig. Dahingegen wirkt der Monsieur Cuisine Connect von Silvercrest mit hohem Kunststoffgehäuse fast schon aufgeblasen. Hier muss der Topf bei Entnahme sogar über einen hohen Rand gehoben werden. Bei voller Beladung kann das für manch einen zum unfreiwilligen Work-out werden.

Das Ensemble aus Topf und Basis von Moulinex hingegen wirkt nur etwa halb so wuchtig wie das von Silvercrest. Insgesamt sind aber alle Küchengeräte so schwer und zum Teil auch unhandlich, dass ein regelmäßiges Wegräumen nach Benutzung Zeit und Mühe kostet. Diese Geräte sind dafür ausgelegt, dass sie einen festen Platz auf der Küchenarbeitsplatte bekommen und nicht nach jedem Gebrauch weggeräumt werden. Das bedeutet auch: Wer maximalen Spaß mit Thermomix und Co. haben möchte, sollte am besten viel Platz in der Küche haben.

Die Küchenmaschinen und ihre Töpfe: Wie viel passt hinein?

Die Gerätegröße ist nicht zwangsläufig vom Topfvolumen abhängig. Schon der direkte Vergleich zwischen den beiden Küchenmaschinen ohne Internetzugang (Krups und Moulinex) zeigt, dass ein großer Topf wie bei Krups durchaus mit einem eher kleinen Basisgerät vereinbar ist. Bei Vorwerks Thermomix hat das um ein knappes Drittel kleinere Topfvolumen nicht unbedingt ein insgesamt kleineres Gerät zur Folge. Dem Topfvolumen und der Handhabung kommt aber eine entscheidende Rolle zu: Moulinex und Vorwerk bieten lediglich rund zwei Liter Volumen. Wer viele Gäste bewirten möchte, kommt mitunter zu dem Schluss, dass das knapp werden könnte. Bosch, Silvercrest und Krups warten hier mit drei Litern Topfvolumen auf. Das reicht zwar auch nicht, um eine Fußballmannschaft zu versorgen. Aber zumindest können drei Liter Gulasch genügen, um vier Erwachsenen satt zu bekommen.

Für einen normal großen Kuchen, einen Pizzateig oder eine Vorsuppe reicht auch das geringere Topfvolumen der Küchenmaschinen aus. Zusatzarbeiten im Rahmen größerer Koch- und Backvorhaben, wie zum Beispiel Sahne schlagen oder Haselnüsse mahlen, sind ebenfalls problemlos mit kleineren Töpfen machbar. Viel Volumen ist also nicht immer erforderlich, doch in bestimmten Situationen entscheidend für die Wahl für oder gegen ein Küchengerät mit Kochfunktion. Abgesehen davon ist nichts so praktisch wie ein Rest Suppe oder Eintopf, der sich entweder am Folgetag genießen oder für später einfrieren lässt.

Küchenmaschinen im Test: So handlich sind sie

Ein großer Topf wiegt allerdings leer schon bis zu drei Kilo und gut befüllt kommen schnell sechs Kilo zusammen. Einhändig ist so ein Gewicht nicht mehr von jedem sicher zu stemmen. Vorwerk und Moulinex setzen auf einen großen Handgriff mit dem von normal kräftigen Frauen und Männern ein sicherer Umgang möglich ist. Dagegen könnte es bei den Küchenmaschinen von Silvercrest und Krups schon anders aussehen. Die großen Töpfe verfügen zwar über zwei gegenüberliegende Griffe, in denen der Topfdeckel oder zum Beispiel Gemüsereiben verriegelt werden. Jedoch kann durch Beide nicht hindurchgegriffen werden. Immerhin sind die Griffe von Krups‘ Prep & Cook gut bemessen und liegen auch in großen Händen gut.

Beim Monsieur Cuisine Connect von Silvercrest ist dies hingegen nicht der Fall. Insbesondere dann, wenn die Griffe etwa beim Ausgießen doch einmal einhändig balanciert werden müssen, ist viel Fingerkraft erforderlich, um ein Malheur zu vermeiden. Einzig der voluminöse Topf von Bosch hat zwei durchgreifbare Griffe. Zugleich sind sie so groß, dass keine Hebe-, Kipp- oder sonstige Handhabe-Aktion zum unsicheren Balanceakt werden kann.

Apropos Griff: Hin und wieder muss das Basisgerät zu Reinigungszwecken angehoben und versetzt werden. Praktisch, wenn es sich dabei sicher und gut greifen lässt. Einzig Vorwerk hat mit seinem Thermomix diese Situation umfassend bedacht und hinten an der Gerätebasis einen großen und stabilen Handgriff integriert. Zwar haben auch Bosch und Krups zumindest Griffmulden seitlich in die Böden eingelassen mit denen sich die Apparate heben lassen. Doch ein Griff zum Durchfassen ist immer sicherer. Und manchmal sogar erforderlich: Alle Küchenmaschinen haben Saugfüße am Boden, damit beim Mixen mit höchsten Drehzahlen oder beim Kneten schwerer Teige das Gerät an seinem Platz stehen bleibt. Silvercrest jedoch hat derart effiziente Vakuumgummis verbaut, dass der große weiße Plastikkasten kaum vom Untergrund zu trennen ist.

Küchenmaschinen: Test auf Sicherheit

Wo heiß gekocht und mit Höchstdrehzahl geschreddert wird, muss ein Topfdeckel dicht und sicher schließen. Nicht nur, um die Gefahr des Verbrühens zu minimieren, sondern auch, um auf jeden Fall auszuschließen, dass Finger oder Kochlöffel mit Häckselmessern in Berührung kommen. Alle Deckel der getesteten Küchenmaschinen haben mittig eine kleine Öffnung, durch die Zutaten während der Arbeit eingefüllt werden können und die mit einem kleinen Messbecher verschließbar ist. Mehr ist im Vollbetrieb mit drehendem Motor nicht möglich. Bei Silvercrest und Krups wird bei aufgesetztem Topf ein separater Deckel in die Griffe eingedreht und so verriegelt. Moulinex geht noch einen Schritt weiter. Hier muss sogar der Topf vom Basisgerät genommen werden, um den Deckel entfernen zu können. Das kostet aber verhältnismäßig viel Zeit und Kraft.

Vorwerk hat einen anderen Weg für den Verschlussmechanismus des Thermomix gewählt: Bei Programmstart drehen sich elektrisch zwei Metallärmchen seitlich um Deckel und Topfkante und verbinden beides fest miteinander. Wie bei den drei vorgenannten Küchenmaschinen Krups, Moulinex und Silvercrest muss der Topfdeckel vollständig abgenommen und beiseitegelegt werden, um an den Inhalt zu gelangen. Bosch hat Topf und Deckel vom Cookit nicht nur praktisch mit einem Scharnier verbunden, sondern zudem in den Hauptdeckel einen nur leicht getönten Innendeckel integriert, der sich herausdrehen und durch den sich hineinblicken lässt. Auch er ist gesichert und stoppt bei Entnahme alle laufenden Funktionen.

Die Küchenmaschinen kommen mit viel Zubehör

Weil nicht alle verschiedenen Arbeiten in den Töpfen der Küchenmaschinen mit demselben Werkzeug erledigt werden können, gibt es für jeden Einsatzzweck ein geeignetes Zubehörteil. Nüsse werden mit dem Messer fein gehäckselt, Eintopf mit speziellen Messeraufsätzen oder im Linkslauf entgegen der Schneidrichtung schonend gerührt, Gemüse mit Reibaufsätzen zerkleinert oder Sahne mit dem Schneebesen geschlagen. Die erforderliche Anzahl der nötigen Werkzeuge wird von den Herstellern sehr unterschiedlich interpretiert:

  • Prep & Cook XL von Krups: Zerkleinerer-Aufsatz, Rühraufsatz, Knetaufsatz, Emulsier-Aufsatz mit stabiler Kunststoffbox zur Aufbewahrung
  • ClickChef von Moulinex: Mixmesser, Rühraufsatz
  • Thermomix TM6 von Vorwerk: Mixmesser, Rühraufsatz
  • Monsieur Cuisine Connect von Silvercrest: Messereinsatz, Rühraufsatz
  • Cookit von Bosch: 3D-Rührer, Zwillingsrührbesen, Zerkleinerungsaufsatz

Neben Anzahl und Form der Werkzeuge unterscheiden sich auch die Montage und der Wechsel. Moulinex, Silvercrest und Vorwerk haben ein Basis-Mixmesser fest im Topfboden mit einem Schnellverschluss verriegelt, das bei jeder Einsatzart am Platz ist. Oben auf den Messern steht zentral ein kleiner Zapfen hervor, auf den weitere Zubehörteile aufgesteckt und mit Druck oder Drehung arretiert werden. Krups und Bosch hingegen haben sich ein anderes System für ihre Küchenmaschinen ausgedacht: Hier steht permanent ein etwa sechs Zentimeter hoher, konturierter Zapfen in der Mitte des Topfbodens. Darauf werden die gewünschten Werkzeuge einfach aufgesteckt. Das hält, erlaubt schnelle Wechsel, ermöglicht sicheres Arbeiten und erleichtert die Reinigung.

Bei Krups gibt es noch eine Besonderheit: Der Geräteträgerzapfen kann durch einen flachen Stopfen für das Braten bei großer Hitze ersetzt werden. So wird der Topfboden nahezu eben und sogar große Stücke finden Platz. Zutaten abwiegen können die Küchenmaschinen übrigens auch fast alle: Silvercrest, Vorwerk und Bosch haben diese Funktion elegant und direkt in die Stellfläche unter dem Topf integriert. Bei Moulinex befindet sich die Waage etwas weniger praktisch neben dem Topf auf der Basisoberfläche. Allein Krups verzichtet auf eine Portionierungshilfe.

Der Cookit von Bosch, Küchenmaschine mit viel Zubehör
Große Vielfalt: Sehr viel Zubehör bietet der Bosch Cookit. Neben den Werkzeugen zum Braten, Häckseln und Dämpfen sind hier auch Zubehörteile zum Gemüseraspeln im Set. (Bild: IMTEST)

Die Küchenmaschinen im Geschmackstest

IMTEST hat zwei umfangreiche Kochversuche mit dem Küchenmeister Christian Günther durchgeführt. Günther ist Inhaber der Kochschule Hamburg und führt dort mit seinem Team begeisterte Koch-Amateure, aber auch ambitionierte Anfänger in die hohe Kunst der feinen Küche ein. Ideale Voraussetzungen also, um eine klassische Gegenprobe zu veranstalten: Wer kocht besser? Der Meister oder das Spitzengerät? Gewinnt echte Handarbeit gegen Küchen-Hightech? Um für Mann und Maschinen die gleichen Bedingungen zu schaffen, hat IMTEST mit Gulasch und Kartoffelsuppe zwei Standard-Rezepte ausgewählt. Zwar gab es in den integrierten Rezeptsammlungen der Geräte, beigelegten Kochbüchern oder via WLAN durchaus die Möglichkeit, Rezepte mit dem gleichen Namen zu finden. Doch der Vergleichbarkeit halber musste aber ein identisches Rezept für alle her.

Gestartet wurde die jeweilige Versuchsreihe am Herd per Hand, nach langer Gemüse-Schnippelei für sechs Portionen Gulasch und Suppe. Beim manuellen Vergleichskochen hat Christian Günther nach allen Regeln der Kunst aus guten und besten Zutaten gebraten, geschmort und gekocht. Natürlich ebenfalls nach den Vorgaben des Rezepts, aber eben mit der Erfahrung eines Profis. Die Reihenfolge der jeweiligen Zubereitung hat darum auch der Koch vorgegeben. Das führte im Vergleich zum Kochen mit Küchenmaschinen mitunter zu gegensätzlichen Arbeitsschritten: Wo in den Rezepten der Geräte etwa bei dem Gulasch fast immer mit dem Häckseln und Anbraten der Zwiebeln begonnen wurde, um dann das Fleisch mit einem anderen Werkzeug zu bearbeiten, hat der Küchenmeister des guten Geschmacks wegen genau umgekehrt gearbeitet. Auch bei der Kartoffelsuppe waren die Geräte-Vorschläge anders als letztlich umgesetzt.

„GUT, WENN DIE MASCHINE RICHTIG ANBRATEN KANN.“
Küchenmeister Christian Günther testet die Küchenmaschinen
Christian Günther
Küchenmeister

An den Ergebnissen des Küchenmeisters gab es nichts auszusetzen. Das scharf angebratene Gulaschfleisch hat eine kräftige Note in den Eintopf gegeben. Nach zwei Stunden im Ofen bei überraschend hohen 200 °C war das Fleisch zart, die Paprikastückchen nicht zerkocht und die Flüssigkeit weitgehend reduziert. Die Kartoffelsuppe war nach etwa 45 Minuten gar, sämig, mit einem guten Schuss Milch etwas schlank gemacht und fein püriert.

Bei den Geräten lief das nicht immer so glatt: Mal war das Fleisch nach dem Anbraten zäh und auch die Zwiebeln wollten in einigen Geräten partout nicht anbraten. Das Gulasch war in einigen Fällen zu suppig, die Kartoffeln hatten noch zu viel Biss, was am Ende einer glatten Konsistenz selbst nach andauerndem Pürieren im Wege stand. Insgesamt zeigte der Praxistest, dass bei den Küchenmaschinen mit Kochfunktion stets die Gefahr droht, dass die Zutaten entweder nicht gar gekocht sind oder aber zu sehr durchgekocht. Im Ergebnis zeigte sich oft eine etwas strukturlose Masse, in der die Einzelzutaten kaum noch zu erkennen waren. Bei einer Kartoffelsuppe ist das weniger tragisch als bei einem Gulasch.

Kochtest mit den Küchenmaschinen: Eine Frage der Temperatur

Die spannendste Frage fast zum Schluss: Wie heiß werden die Thermotöpfe überhaupt? Ersetzen sie die Pfannenarbeit oder können sie nur köcheln? Produzieren sie echte Röstaromen oder garen sie nur? Die Ansätze der Küchenmaschinen im Test sind verschieden.

Der Thermomix und die beiden anderen machen bei 120 °C beziehungsweise 130 °C Schluss, Start ist bei jeweils 30 bis 37 °C. Damit lässt sich alles garen, schmelzen und wärmen, was der Koch sich wünscht. Eintöpfe, Suppen, Soßen, Schokolade oder Hefeteig. Scharf anbraten funktioniert bei diesen Temperaturen aber nicht. Das versprechen die Hersteller auch nicht ausdrücklich. Doch das Einsatzspektrum ist damit trotzdem deutlich limitiert.

Der Prep & Cook XL heizt bis zu 150 °C auf, was aber nur ohne Deckel und im Handrührmodus möglich ist. Das ist schon eine Temperatur, mit der sich einigermaßen passabel anbraten lässt und die so die Möglichkeiten erweitert. Voraussetzung hierfür ist, dass die Fleischmenge nicht zu groß, von guter Qualität und auf Zimmertemperatur ist. Allerdings dauert der Aufheizvorgang insgesamt recht lange, was sich auch beim Test zum Wasserkochen gezeigt hat.

Der Cookit setzt noch mehr Leistung ein. Hier stehen bis zu 200 °C zur Verfügung, wenn gewünscht. Im Test zeigte sich daher auch, dass in keiner anderen Küchenmaschine Speck und Gulasch so gut brieten, wofür allerdings auch der große Durchmesser des Topfbodens verantwortlich war.

Übrigens: Wenn Elektromotoren schnell drehen oder Heizelemente viel Leistung ziehen, entsteht Wärme im Gehäuse. Wohl aus diesem Grund haben Silvercrest und Moulinex Lüfter eingebaut. Der Dauerton ist auf Dauer eher anstrengend. Andere Hersteller haben darauf verzichtet oder den Lüfter zumindest unhörbar in ihre Küchenmaschinen integriert.

3 TIPPS ZUR REINIGUNG DER Küchenmaschinen

Nach dem Kochvergnügen steht auch bei diesen Geräten immer eine gründliche Reinigung auf dem Plan. Da sich alles in einem Topf abgespielt hat, fällt der Arbeitsaufwand allerdings vergleichsweise gering aus. Dennoch gibt es ein paar Dinge zu beachten.

  1. Vorsicht mit den Klingen: Bei den Küchenmaschinen mit fest arretiertem Messer im Topfboden ist besondere Vorsicht geboten, denn die Klingen sind extrem scharf. Die Messer müssen hier vor der Reinigung mit zwei Handgriffen aus dem Boden entfernen werden. Werkzeug ist dafür zwar nicht erforderlich, aber die benötigten Handgriffe sollten am besten vor der ersten Reinigung einmal eingeübt werden. Anders sieht es bei Thermotöpfen aus, in denen die Werkzeuge lediglich aufgesteckt sind (Bosch, Krups). Hier kann nach Entfernen der Aufsätze sicher mit dem Topfschwamm gearbeitet werden.
  2. Zwischenreinigung per Hand: Wenn alle Zutaten für ein umfangreiches Gericht in ein und demselben Topf zubereitet werden, kann auch während des Kochens öfter mal eine Zwischenreinigung erforderlich sein. Da interne Reinigungsprogramme je nach Küchenmaschine allerdings oft viel Zeit brauchen, ist Handarbeit in solchen Situationen die schnellere Variante.
  3. Topf in den Geschirrspüler: Die gründliche Reinigung erfolgt für die Töpfe mit ihrer integrierten, gut abgedichteten Elektrik im Geschirrspüler. Das erleichtert die Schlussarbeiten. Nur der Topf von Moulinex sollte laut Anleitung von Hand gereinigt werden.

Das IMTEST-Fazit

Die Spannung bei diesem Vergleichstest war groß: Wie gut kann der unumstrittene Platzhirsch Thermomix TM6 sein Revier verteidigen? Und hat er seine aktuelle Position zu Recht inne? Nicht jede der Küchenmaschinen im Test hatte das Zeug für ernsthafte Rangeleien um den Spitzenplatz. Doch einer kam, kochte und siegte klar: Der Bosch Cookit setzt einen Blattschuss – der Thermomix ist sauber zur Strecke gebracht. Es gibt keine Disziplin, in der sich der Bosch geschlagen geben muss. Die Bedienung ist mit Touchpad und WLAN auf der Höhe der Zeit. Geführtes Arbeiten funktioniert ebenso gut und optisch ansprechend wie das manuelle Kochen. Er brät mit bis zu 200 °C richtig heiß, und dank des großen Topfes lassen sich mit ihm auch große Portionen zubereiten.

Dagegen muss beim Thermomix für viele Hundert Euro ein Extragerät angeschafft werden. Die etwas günstigere Vorwerk-Variante ist das Zweitgerät „Friend“, was aber mit (zweitem) Topf auch rund 500 Euro kostet. Beim Testsieger ist schon allein die hohe Brattemperatur im Testfeld der Küchenmaschinen eine Klasse für sich, kein anderes Gerät schafft so viel. Und das erweitert die Vielfalt der möglichen Speisen, ohne zwischendurch die klassische Bratpfanne anfeuern zu müssen, wenn einmal echte Röstaromen gewünscht sind. Die sehr hohen Anschaffungskosten um 1.300 Euro der beiden Geräte am oberen Ende der Skala sind nahezu identisch, aber unterm Strich bietet der Bosch deutlich mehr fürs gleiche Geld.

„DIE THERMOAPPARATE BIETEN VIEL HILFE IN DER KÜCHE. JE MEHR SIE KÖNNEN, DESTO BESSER.“
Gerald Sinschek IMTEST-Experte
Gerald Sinschek
IMTEST-Experte

Am anderen Ende steht Lidl mit seinem Monsieur Cuisine Connect der Hausmarke Silvercrest. Optisch ist der riesige Plastikkasten kein Leckerbissen und auch der laute Lüfter kann auf Dauer stören. Doch für schmale 390 Euro sollten sich Einsteiger ernsthaft mit dem Gerät beschäftigen, anstatt nach ganz oben im Regal zu langen. Denn sonst stellt man vielleicht fest, dass eine Thermo-Kochmaschine doch nicht das Richtige für den individuellen Kochstil ist. Der Apparat heizt zwar nur auf Sparflamme, doch das immerhin mit einfacher Bedienung und WLAN: Alles zusammen ergibt das einen verdienten Preis-Leistungs-Sieg.

Abgesehen aber von Preisen, Funktionen, Bedienung und Zubehör bleiben Küchenmaschinen mit Kochfunktion auch immer eine Glaubensfrage. Die einen schwören auf Thermomix und Co., die anderen verschmähen die Multi-Kochhilfe. Sicher ist: Wer Freude an den Geräten haben will, sollte sich eine lange Zeit intensiv mit ihnen beschäftigen, denn ihr Potenzial entfalten alle Geräte erst nach einer längeren Eingewöhnungszeit.

IMTEST
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