Kaffeevollautomaten im Test: Diese Geräte lohnen sich

Kaffeemaschinen für zu Hause, die Genuss versprechen wie im italienischen Café – kann das gut gehen? IMTEST hat acht Kaffeevollautomaten getestet.
Kaffeevollautomaten Test
Quelle: IMTEST, Hersteller

Zu den wohl besten Maschinen zählen Kaffeevollautomaten. Auf Knopfdruck mahlen sie frische Bohnen und brühen portionsgenau die verschiedensten Kaffeespezialitäten mit oder ohne Milch. IMTEST hat acht beliebte und brandneue Vollautomaten namhafter Hersteller ins Visier genommen. Die Redaktion hat getestet, welche Maschinen Komfort und Genuss auf die beste Weise kombinieren.

Das Wichtigste in Kürze

  • Kaffeevollautomaten leisten deutlich mehr als andere Kaffeemaschinen.
  • Die Preisunterschiede sind enorm: von 633 Euro bis rund 1400 Euro. Dabei sollten Käufer Wartungskosten und den Preis für hochwertige Kaffeebohnen mit einberechnen.
  • Es gibt viele Einstellungen, die sich auf die Geschmacksqualität auswirken.
  • Die Reinigung von Kaffeevollautomaten ist zeitaufwendig, aber notwendig, um lange höchsten Kaffeegenuss zu erleben.

Was Kaffeevollautomaten können

Schon der Name „Vollautomat“ legt nahe, dass diese Maschinen in Sachen Kaffee alles können, und zwar so gut wie von allein. Doch es gibt Unterschiede von Modell zu Modell. Das können aber alle acht Kaffevollautomaten im Test:

Alle Testkandidaten sind mit einem Edelstahl- oder Keramik-Mahlwerk ausgestattet, sodass sie Kaffee aus frisch gemahlenen Bohnen zubereiten können. Die Barista TS von Melitta hat sogar ein zweigeteiltes Bohnenfach, in dem sich Espresso- und normal geröstete Bohnen gleichzeitig einfüllen lassen. Je nach getroffener Getränkewahl bezieht die Maschine selbstständig die dafür benötigten Bohnen. Bis auf das Modell von Krups haben alle Testkandidaten ein zusätzliches Fach für Kaffeepulver, falls die Bohnen mal ausgehen.

Darüber hinaus können alle Geräte Milch aufschäumen und erhitzen, sodass auch Spezialitäten wie Cappuccino oder Latte macchiato damit gelingen. Die Milch kommt dabei aus einem Behälter, der entweder am Gerät angedockt ist oder einfach danebensteht. Einzig der Automat von Miele (CM5) kommt nur mit einem Schlauch, der dann direkt in der Milchtüte steckt. Ein separater Milchbehälter ist aber optional erhältlich.

Hinter diesem englischen Modewort der Automatenhersteller steckt eine intelligente Programmierung. Sie erlaubt es, ausgewählte Getränkearten mit nur einem Knopfdruck zubereiten zu lassen. Meist werden diese Getränke als Symbol direkt auf der Gerätefront dargestellt: Ein Druck darauf startet beispielsweise sofort die Zubereitung eines Cappuccinos. Somit entfällt die etwas hakelige Auswahl des Lieblingsgetränks über ein kleines Bedienfeld, wie es früher war.

Alle Automaten im Test ermöglichen eine One-Touch-Auswahl von vier bis sieben Getränken. Weitere Auswahlmöglichkeiten finden sich mit ein paar Knopfdrücken mehr im jeweiligen Menü

Jede programmierte Getränkeart ist bei allen Kandidaten individuell anpassbar. So lässt sich beispielsweise für einen Espresso die Kaffee- und Wassermenge sowie die Brühtemperatur ändern und abspeichern. Fünf Automaten kombinieren dies noch mit einem Profilspeicher, dadrunter auch die Testsieger von Melitta und Philips (siehe Tabelle). Damit kann sich jeder Kaffeetrinker im Haushalt seine eigenen Vorlieben einstellen, in einem individuellen Profil abspeichern und später bei Bedarf per Tastendruck abrufen.

Vollautomaten sind kompakte Alleskönner, brauchen aber dafür auch Pflege. Alle Kandidaten im Test bieten dafür Service- und Reinigungsprogramme, die den Wasser- und Milchkreislauf selbsttätig spülen. Beim Ein- und Ausschalten geschieht das in abgekürzter Form automatisch, kann aber zumeist auch manuell gestartet werden.

Zusätzlich erinnern die Geräte je nach Nutzungsintensität früher oder später an Entkalkungs- und intensive Reinigungsprogramme. Auch sie starten per Knopfdruck und dauern meist etwa eine halbe Stunde. Hinzu kommt noch, dass die Auffangbehälter für Tropfwasser und Kaffeesatz regelmäßig geleert und gereinigt werden müssen. Sensoren in den Geräten erinnern den Benutzer daran, wann es so weit ist.

Wie viel Kaffeevollautomaten kosten

Die Kaffeevollautomaten im Testfeld kosten zwischen etwa 630 und 1.400 Euro. Das ist ein großer Unterschied, weshalb IMTEST das Feld in zwei Bereiche unterteilt hat: Maschinen unter und über 1.000 Euro. Doch mit der Anschaffung des Kaffeevollautomaten allein ist es nicht getan. Um die Leistungsfähigkeit dieser teuren Maschinen zu erhalten und um stets den bestmöglichen Kaffee zu beziehen, sollten die Maschinen regelmäßig gereinigt werden. Wenn möglich sollte zudem ein Wasserfiltersystem installiert werden.

Entkalkungstabletten kosten je nach Art etwa 50 Cent bis 1 Euro pro Stück, die Filterkartuschen liegen bei etwa 5 Euro pro Stück. Die meisten Hersteller empfehlen einen monatlichen Entkalkungsrhythmus und die Kartuschen sollen etwa alle zwei Monate gewechselt werden. Somit kommen laufende Kosten von etwas mehr als 40 Euro pro Jahr auf Vollautomaten-Besitzer zu. Über die Jahre ist zudem damit zu rechnen, dass irgendwann die gesamte Brühgruppe ausgetauscht werden muss. Das funktioniert auch bei allen Testkandidaten außer bei Krups. Für eine neue Brühgruppe liegen die Kosten je nach Modell und Angebotslage zwischen 50 und 100 Euro.

Somit ist klar: Kaffeevollautomaten lohnen sich finanziell vor allem bei einer regelmäßigen, aber auch nicht übertrieben starken Nutzung. Anders gesagt: Wer am Tag nur ein Tässchen Kaffee trinkt, sollte über weniger aufwendige und teurere Varianten nachdenken. Hier können ebenfalls sehr einfache Pad-Systeme wie Senseo von Philips sinnvoller sein.

Kaffeevollautomaten optimal nutzen

Allein die Pflegeintensität macht deutlich, dass Kaffeevollautomaten keine Maschinen sind, die man einmal in die Küche stellt und die dann bis zum Ende ihres Daseins ohne Aufwand den besten Kaffee der Welt zaubern. Es stimmt zwar: Mit keiner anderen Kaffeemaschine gelingen auf Knopfdruck so viele verschiedene und leckere Kaffeespezialitäten. Das macht richtig Spaß – wenn die Maschine gut eingestellt, gepflegt und mit guten Bohnen befüllt ist. Wer allerdings sowieso am liebsten klassischen Filterkaffee trinkt, wird mit diesen Geräten keine große Freude haben. Dafür sind sie einfach zu groß, zu schwer, zu aufwendig und zu teuer.

Hinweis: Keiner von den getesteten Vollautomaten kann echten Filterkaffee brühen. Ein klassisches Filtersystem ist gar nicht integriert. Zwar bieten einige Automaten den Getränkemodus „Kanne Kaffee“, aber auch hier wird das Wasser durch gepresstes Kaffeepulver gedrückt. Es träufelt nicht, wie beim klassischen Filterkaffee, in locker gehäuftes Pulver.

Die Bedienung eines Kaffeevollautomaten erfolgt bei allen Kandidaten auf ähnliche Weise. Wer sich ein neues Gerät zulegt, ist gut beraten, sich für die erste Inbetriebnahme Zeit zu nehmen. Zwar führen alle Maschinen durch sämtliche Schritte, aber gerade für die spätere alltägliche Bedienung ist es sinnvoll, sich von vornherein mit den Möglichkeiten und Raffinessen der Maschinen vertraut zu machen. Darauf sollten Sie besonders achten:

Bis auf die Automaten von Miele sind alle Kandidaten mit einem (optionalen) Wasserfilter ausgestattet. Dabei handelt es sich um Kartuschen, die vor der ersten Inbetriebnahme am Auslauf des Wassertanks installiert werden müssen. Es folgen Einstellungen wie das voraussichtliche Ablaufdatum sowie Einstellungen des Wasserhärtegrades. Der wird über einen mitgelieferten Teststreifen ermittelt. Wer hier zum Einstieg etwas Zeit investiert, wird nicht nur mit weicherem Wasser (und leckererem Kaffee) belohnt, sondern verringert auch die Anzahl der nötigen Entkalkungsvorgänge. Generell hat sich im Test als hilfreich erwiesen, dabei die Anweisungen der Bedienungsanleitung genau zu befolgen.

Je nach Modell passen bis zu 1,8 Liter Wasser und 500 Gramm Kaffeebohnen in die jeweiligen Behälter. Doch Obacht: Es ist zwar bequem, beide Behälter stets randvoll zu füllen, aber nicht immer ratsam. Grund: Das Wasser steht ab und sollte ohnehin mindestens einmal am Tag frisch aufgefüllt werden. Kaffeebohnen verlieren rasch ihr Aroma, wenn sie zu lange Licht und Luft ausgesetzt sind. Zwar sind die Abdeckungen der Bohnenbehälter mit getönten Deckeln und einer Gummilippe ausgestattet, aber nicht komplett licht- und luftdicht. Lediglich die Maschine von Miele hat einen komplett schwarzen Deckel, sodass kein Licht eindringen kann.

Alle Maschinen starten beim Ein- und Ausschalten einen kurzen Spülvorgang. Sie sollten also stets eine kleine Schale griffbereit haben oder immer eine unter den Auslauf stellen, sobald Sie keinen Kaffee zubereiten. Das ist insbesondere dann sinnvoll, wenn Sie die bei vielen Geräten vorhandene Möglichkeit nutzen, sich zu bestimmten Zeiten automatisch ein- und auszuschalten.

Es ist teilweise beeindruckend, mit welchen Funktionen die Maschinen ausgestattet sind. So lässt sich beispielsweise bei einigen einstellen, auf wie viel Höhenmetern die Geräte stehen, damit sie den Luftdruck zur Erreichung der richtigen Brühtemperatur berücksichtigen können. Auch wenn das nur für wenige Nutzer interessant ist, zeigt es doch, was die Geräte heutzutage alles beachten. Für jeden Maschinenbesitzer bedeutet das: Es lohnt sich, sich einmal durch das gesamte Menü der Maschine zu arbeiten.

Die Menüführung erfolgt bei allen Automaten über ein Display. Über Auswahltasten (hoch und runter), Bestätigungs- und „Zurück “-Tasten, erreicht man bequem die Einstellungen. Wer sich auch hier zu Beginn etwas Zeit nimmt, wird es später im täglichen Gebrauch viel einfacher mit der Maschine haben. Ein Aspekt, der bei einem Gerät, das um die 1.000 Euro kostet, nicht unwesentlich ist.

Die wichtigsten Einstellungen bei Kaffeevollautomaten

Für die vergleichsweise teuren Kaffeevollautomaten gilt die gleiche Faustregel wie beispielsweise für edle Grills: Auch der teuerste und schickste Weber-Grill kann ein günstiges Würstchen nicht in ein teures Rinderfilet verwandeln. So hängt die Qualität des Kaffees hängt wesentlich davon ab, mit welchen Bohnen er gebrüht wird. Aus diesem Grund hat der von IMTEST beauftragte Barista für den Geschmackstest die hochwertigsten Kaffeebohnen aus der Kaffeerösterei mitgebracht. Dennoch gibt es ein paar Maschinen-Einstellungen, mit denen sich auch der Kaffee aus guten Bohnen noch perfektionieren lässt:

  • Mahlgrad: Bei allen Maschinen lässt sich einstellen, ob die Bohnen grob oder fein gemahlen werden sollen. Die Einstellung erfolgt meist über einen Drehregler, der sich im Bohnenbehälter findet. Achtung: Der Mahlgrad darf nur während des Mahlvorgangs verändert werden, weil sich sonst Bohnenstückchen beim Verstellen verkanten und so das Mahlwerk beschädigen können.
  • Kaffeemenge: Wie viel Kaffeepulver pro Portion verwendet werden soll, lässt sich ebenfalls einstellen – entweder individuell oder dauerhaft. Das hat vor allem Einfluss darauf, ob der Kaffee kräftig oder mild ausfällt. Gleiches gilt für die Wassermenge, die aber vor allem über die Wahl des Getränks selbst geregelt wird: So kommt beim „Espresso lungo“ naturgemäß mehr Wasser zum Einsatz als beim einfachen Espresso.
  • Brühtemperatur: Einen Einfluss auf den Geschmack hat die Brühtemperatur. Bei allen Testkandidaten ist mindestens eine dreistufige Einstellung „hoch “, „mittel“ und „niedrig“ möglich. IMTEST maß bei der Prüfung Temperaturen zwischen 50 und 70 Grad nach 30 Sekunden Wartezeit.

Kaffeevollautomaten in den Standard-Einstellungen

Für die Prüfung beließ IMTEST alle Maschinen in ihrer Standard-Einstellung, weil viele Nutzer erfahrungsgemäß an diesen Feineinstellungen oft gar nichts ändern. Zudem sollte geprüft werden, was die Maschinen ab Werk draufhaben. Richtig ist aber auch: Für keinen der drei Faktoren gibt es einen jederzeit perfekten Wert. Die idealen Einstellungen muss jeder im Zusammenspiel mit Bohnen- und Wasserqualität sowie persönlichen Vorlieben durch Probieren selbst herausfinden.

Die einzige Einstellung, die sich bei keinem Kaffeevollautomaten verändern lässt, aber nach Profi-Einschätzung großen Einfluss auf das Ergebnis hat, ist die Extraktionszeit. Damit ist der Zeitraum gemeint, in dem das Wasser durch das Kaffeepulver läuft. Diese Durchlaufzeit soll bei einem Espresso nach Expertenmeinung zwischen 30 und 35 Sekunden liegen – unabhängig von Kaffee- und Wassermenge. Resultat des Tests: Lediglich das Modell EQ.500 Integral von Siemens kam auf 28 Sekunden. Alle anderen waren mit Zeiten zwischen etwa 10 und 18 Sekunden zu schnell.

Kaffeeautomaten programmieren
Geschmack programmiert: Alle Kaffeeautomaten im Test erlauben individuelle Anpassungen (Bild: IMTEST)

Kaffeevollautomaten für die Extraportion Milch

Alle Kaffeevollautomaten im Test bieten die Möglichkeit, Milch zu erhitzen oder per Düse aufzuschäumen und so Kaffee mit Milch in Spezialitäten wie Latte macchiato oder Caffè Latte zu verwandeln. Damit das in einem Rutsch gelingt, liefern die Hersteller einen Milchbehälter aus Kunststoff, Glas (Miele CM6) oder Metall (Krups Evidence Plus) mit. Dieser wird direkt an die Maschine angeschlossen oder separat daneben gestellt und per Schlauch mit der Maschine verbunden. Die CM5 von Miele bietet in der Basisversion nur einen Schlauch, der direkt in die Milchtüte gesteckt wird – nicht schick, aber praktisch. Diese Variante ist konstruktionsbedingt immer etwas reinigungsintensiver als die angedockte Version. Dafür bieten die Maschinen aber auch ein automatisch es Spülprogramm für den Milchkreislauf, das die Arbeit etwas erleichtert.

Die Zubereitung von Milchschaum ist bei allen Kandidaten sehr einfach und führt auch bei allen zu schönem, feinporigen und festem Milchschaum. Zusätzlich verfügen alle Maschinen bis auf das günstigere Modell von Miele über einen Heißwasserauslass, mit der sich Tee kochen lässt oder um Espressotassen schnell vorzuwärmen.

Die Kaffeevollautomaten im Geschmacks-Check

Was nützt die beste Maschinen-Technik, wenn am Ende der Kaffee nicht schmeckt? IMTEST hat den Barista Tobias Eberhard von der Speicherstadt Kaffeerösterei aus Hamburg engagiert, der die Kernkompetenz der Kaffeevollautomaten geprüft hat: den Espresso-Geschmack. Er kann abseits von „lecker“ und „nicht lecker“ professionell und im Detail beurteilen, wie gut der Espresso der Kandidaten des Kaffeevollautomaten-Testes wirklich schmeckt.

"AUCH DIE BESTE MASCHINE KANN IHRE STÄRKEN NUR AUSSPIELEN, WENN DIE KAFFEEBOHNE GUT IST.“
Barista Tobias Eberhardt
Tobias Eberhard
Vertrieb HoReCa & Büro

Damit der geschmackliche Test zuverlässig und seriös klappt, wurden die Maschinen nach dem technischen Test von allen Resten befreit und mit hochwertigen Kaffeebohnen aus Sumatra der Kaffeerösterei befüllt. Vorteil: Tobias kennt die Bohnen sehr gut und weiß, wie der Espresso daraus unter optimalen Bedingungen schmecken sollte. Die Testmaschinen wurden allerdings aus Gründen der Chancengleichheit mit Werkseinstellungen in Sachen Kaffeemenge, Temperatur und Mahlgrad getestet. Damit waren die Testbedingungen für die Bohnen nicht immer zwingend perfekt.

Was den Geschmack bei Kaffeevollautomaten ausmacht

Doch für Tobias galt es, genau das herauszufinden: Wie nahe am Optimum sind die Testkandidaten im „Rohzustand“? Bevor es an die Testverkostung ging, wurden mit jedem Kandidaten drei Espressi gebrüht, um sicherzustellen, dass wirklich alle Reste aus dem Kreislauf gespült sind und nur die Testbohnen zum Einsatz kommen. Bei der Verkostung ging es Tobias vor allem um diese Aspekte:

Die Trinktemperatur hängt von der Brühtemperatur ab. Ist sie zu hoch oder zu niedrig, wird der Espresso unverhältnismäßig sauer oder bitter. Außerdem entfalten sich die Aromen dann schlechter. Urteil des Baristas: Bis auf wenige Ausnahmen war die Temperatur optimal. Die vereinzelten Abweichungen waren dabei aber so minimal, dass sie bewertungstechnisch nicht weiter ins Gewicht fielen.

Haselnussbraun, fest, feinporig und leicht marmoriert sollte die Crema (Erklärung siehe Kaffee-Lexikon rechts) sein. Resultat bei der Verkostung: Tobias war beeindruckt von allen Maschinen, denn alle bekommen eine bemerkenswert gute Crema zustande. Top-Bewertung für die Kandidaten also in dieser Disziplin.

Trotz aller guten Ersteindrücke: Hier fanden sich die größten Unterschiede bei den Kaffeevollautomaten und auch der eine oder andere Wermutstropfen. Bei einigen Kandidaten schmeckte der Kaffee etwas flach oder entfaltete nicht das Aroma, wie es Tobias erwartet hatte. Es ist aber sehr wahrscheinlich, so Tobias, dass bei den Maschinen individuelle Einstellungen helfen können, das Ergebnis deutlich zu verbessern.

Zwei Testsieger: Kaffeevollautomaten von Philips und Melitta

Da IMTEST die Kaffeevollautomaten in zwei Preisklassen unterteilt hat, gibt es auch zwei Testsieger. In der Kategorie bis 1000 Euro schnitt die Philips 5400 Series LatteGo am besten ab. Die Maschine überzeugt mit umfangreicher Ausstattung und Funktionen. Sie bereitet 13 verschiedene Getränkearten zu, kann individuell eingestellt werden und bietet Profilspeicher. Das ist besonders praktisch, wenn mehrere Personen mit unterschiedlichen Geschmäckern den Vollautomaten nutzen. Im Vergleich zu den anderen Maschinen ist die Handhabung besonders einfach. Neben einer nachvollziehbaren Menüführung hat die Philips eine ausführliche Anleitung, damit auch der erste Kaffee gelingt.

In der höherpreisigen Kategorie über 1000 Euro überzeugte die Melitta Barista TS Smart ebenfalls mit einer sehr guten Handhabung. Das Menü führt einfach durch die umfangreichen Funktionen und Programme. Insgesamt 21 unterschiedliche Getränke bereitet der Melitta Kaffeevollautomat zu. Wer in diese Maschine investiert, bekommt schmackhaften Kaffee und eine große Auswahl an Variationen.

Kaffeeautomaten mit Design-Defizit

Ein Aspekt, der sich in einem Vergleichstest zwar nicht benoten lässt, der aber für viele interessant und wichtig ist: das Aussehen, die Anmutung, das Design und die Ausmaße. Diese sind bei allen Geräten eher wuchtig als schlank. Anders gesagt: Wer mit einem Kaffeevollautomaten liebäugelt, sollte genügend Platz in der Küche haben. Die Geräte wiegen zudem alle um zehn Kilo. In der Tabelle stellen die angegebenen Ausmaße in Bezug auf Breite und Tiefe den Mindestplatzbedarf dar. Über den Maschinen sollte zusätzlich zur Angabe mindestens noch ein halber Meter mehr Platz sein, da es sonst kaum möglich ist, den Bohnenbehälter oder Wassertank zu befüllen.

In Sachen Design und Erscheinung herrschte unter Barista und IMTEST-Experten Einigkeit: Keine der Maschinen ist ein echter Hingucker. Nicht einmal die Testsieger von Philips und Melitta haben besonders schicke Designs. Bei einigen wirken Kunststoff-Verkleidungen und Seitenklappen nicht gerade edel, teilweise sogar etwas minderwertig. Das ist für Geräte in dieser Preisklasse überraschend.

Allerdings darf man auch nicht den Maßstab der professionellen Espressomaschinen aus Metall mit blinkendem Chrom und analogen Manometern anlegen. Wer so etwas haben möchte, muss nicht nur mehr Platz einplanen, sondern sollte auch mit Anschaffungspreisen von mehreren Tausend Euro rechnen. Vor diesem Hintergrund sind Kaffeevollautomaten ein genialer Kompromiss, und das morgendliche Aufstehen wird mit ihnen ein ganzes Stück leichter – versprochen.

Das IMTEST-FAZIT

Wer wirklich Wert auf leckeren Kaffee in unterschiedlichen Varianten legt, trifft mit einem Kaffeevollautomaten die beste Wahl. Nur diese Maschinen schaffen den Spagat, bei kompakter Bauweise und sehr einfacher Bedienung Tasse für Tasse stets frisch gemahlenen und gebrühten Kaffee zuzubereiten. Und das Beste ist: Diese Grunddisziplin beherrschen alle Geräte im Test. Auch aus diesem Grund ist kein Kandidat schlechter als „gut“ bewertet worden.

"ERSTAUNLICH, WIE GUT DIESE AUTOMATEN UNTERM STRICH SIND. JETZT ÜBERLEGE SOGAR ICH ZU INVESTIEREN.“
Jan Bruns
IMTEST-Experte

Die Unterschiede bei den Kaffeevollautomaten liegen im Detail: Wer ein Quäntchen mehr Komfort, etwas einfachere Bedienung und ein bisschen mehr Funktionen möchte, wird mit den Testsiegern von Philips oder Melitta glücklich. Aber wer sein Budget schonen will und dafür auf ein paar Annehmlichkeiten verzichten kann, macht mit den anderen auch keinen Riesenfehler.

Einziger kleiner Ausreißer im Testfeld ist das Gerät von Krups. Zwar gelingt auch dieser Maschine ein guter Kaffee, aber auf praktische Zusätze wie etwa eine beheizte Tassenablage, ein luftgeschütztes Bohnenfach oder ein separates Pulverfach muss man hier verzichten. Wer darauf keinen Wert legt, kann aber auch eine Menge Geld sparen: Die Evidence Plus kostet mit rund 630 Euro nicht einmal halb so viel wie etwa die Testkandidaten von Saeco oder Siemens.

Insgesamt gilt aber: Maschine hin oder her, das Zünglein an der Waage ist bei allen Geräten die Kaffeebohne. Wer sich einen Kaffeevollautomaten gönnt, sollte später auf keinen Fall an der Kaffeequalität sparen, denn selbst das beste Gerät kann aus der Bohne nur das holen, was in ihr steckt. Spätestens beim Wechsel von einer Billigbohne (ca. 8 Euro/Kilo) zum Premium-Kaffee (ca. 25 Euro/Kilo) ist der Unterschied nicht mehr zu leugnen. Die Faustregel für echte Kaffeeliebhaber sollte also lauten: Lieber mal auf eine weitere Tasse verzichten, aber dafür jede einzelne genießen.

IMTEST
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