Smart Rings sind der neueste Trend im Bereich der sogenannten Wearables, also der Geräte, die am Körper getragen werden und die Gesundheit und Fitness der Nutzenden tracken. Anders als Smartwatches und Fitnesstracker sitzen Smart Rings jedoch nicht am Handgelenk, sondern am (Zeige-)Finger, was sie weniger auffällig macht. Marktführer in diesem Bereich ist Oura, doch immer mehr Hersteller versuchen, dem Oura Ring 4 Konkurrenz zu machen. IMTEST hat jetzt den NextRing* des österreichischen Unternehmens Era-Fit getestet.
Alle weiteren Smart Rings der IMTEST-Testreihe gibt es dagegen unter diesem Link.
Era-Fit bewirbt bei seinem Smart Ring insbesondere die lange Akkulaufzeit, die hochwertige Verarbeitung und die kostenlose App. IMTEST hat daher auch diese Punkte gründlich unter die Lupe genommen.
Produktdetails
- Unverbindliche Preisempfehlung: 349 Euro
- Gewicht: 4 Gramm
- Ring-Größen: 6 bis 14
- Farben: Glossy Rose, Matt Black, Titan Silver
- Garantie: 1 Jahr
NextRing: So trägt sich der Smart Ring
Mit einem Gewicht von vier Gramm gehört der NextRing in diesem Bereich in das Mittelfeld der Smart Rings. Einige Modelle, wie der Samsung Galaxy Ring, wiegen mit 2,3 bis 3,0 Gramm noch etwas weniger. Verglichen mit dem RingConn Gen 2 ist er zudem etwas breiter. Am Finger ist das durchaus ein kleiner Nachteil, da der Ring einerseits – besonders bei kleinen Händen – so schnell sehr groß wirkt und sich andererseits beim Händewaschen auch mehr Wasser unter dem Ring sammelt, das schwer von selbst trocknet. Erfahrungsgemäß empfiehlt es sich deshalb, den Ring zumindest beim Abtrocknen der Hände abzulegen, um die Haut komplett abtrocknen zu können.

Abgesehen davon ist der Ring aber hochwertig verarbeitet. Er besitzt keine scharfen Kanten, an denen man sich schneiden könnte, und auch keine fühlbare Rille zwischen der inneren und der äußeren Schicht, wie etwa der Oura Ring 4. Ein bequemer Sitz des Rings ist wichtig, denn um Gesundheits- und Fitness-Daten möglichst akkurat zu erfassen, sollten Smart Rings am Zeigefinger (notfalls auch am Mittel- oder Ringfinger) getragen werden, was für viele Menschen zunächst ungewöhnlich ist. Außerdem sollte man die Ringe auch in der Nacht tragen, damit die Wearables den Schlaf tracken und dauerhaft Werte aufzeichnen können.
Entscheidend ist darüber hinaus, dass die Sensoren der Ringe auf der Handinnenfläche des Fingers anliegen, da hier die Haut am dünnsten ist. Damit die Nutzenden wissen, ob der Ring richtig sitzt, hat Era-Fit außen am Ring eine leichte Erhebung eingebaut, die an der Handaußenfläche sitzen muss. Im Praxistest ist diese Erhebung allerdings oft nicht gleich auffindbar, sodass die „Handhabung“ beim Oura Ring 4 einfacher ist, wo es eine stark Einkerbung an der Handinnenfläche gibt.

Positiv ist dagegen das kostenlose Größenprobier-Set, das Era-Fit beim Kauf anbietet. Mit diesem kann vor der Bestellung genau geprüft werden, welche Größe man benötigt. Die Größen auf der Webseite sind dabei in den US-Standard-Größen von sechs bis 14 angegeben. Da das Modell innenliegende Erhöhungen für die Sensoren besitzt und die Größe gegenüber klassischen Ringen abweichen kann, ist es sehr empfehlenswert, das Größenprobier-Set anzufordern.
Gesundheitswerte im Blick
Wer sich für den Kauf eines Smart Rings interessiert, der ist zumeist hauptsächlich am Tracking von Gesundheitswerten interessiert, die der Ring aufzeichnen kann. In der zugehörigen App lässt sich dann einsehen, wie sich beispielsweise die Herzfrequenz über den Tagesverlauf verändert hat. Der NextRing bietet den Nutzenden in diesem Testpunkt recht viele trackbare Werte. So ermittelt er die Herzfrequenz, die Herzfrequenzvariabilität, die Blutsauerstoffsättigung, die Körpertemperatur und das Stresslevel.

Zudem beweist der Ring im IMTEST-Labor, dass er genau zu messen versteht: So gibt es beim Puls jeweils nur einen Schlag Abweichung im Vergleich zum selbst-gemessenen Wert. Auch bei der Blutsauerstoffsättigung ergibt sich nur eine Abweichung von einem Prozentpunkt.

Außerdem kann das Modell den Schlaf sowie den weiblichen Zyklus überwachen. Im Gegensatz zum Oura Ring 4 und einigen anderen Smart Rings kann der NextRing jedoch nicht die Atmung tracken. Außerdem kann dieses Wearable nicht den Blutdruck messen oder einen EKG durchführen. Beide Funktionen bieten allerdings auch die Konkurrenten nicht.
Diese Werte werden beim Sport erfasst
Für die Sportarten Laufen, Radfahren, Gehen und Workout (sowie Atemtraining) kann man in der NextRing-App (für iOS und Android) einen Sport-Modus starten. Verglichen mit Fitnesstrackern und Smartwatches ist das eine sehr kleine Auswahl, hier sind 50 bis 100 verschiedene Sport-Modi durchaus üblich. Läuft der Sport-Modus lassen sich in der App fortlaufend die Herzfrequenz, die durchschnittliche Herzfrequenz, die maximale Herzfrequenz, die Belastungsintensität, die Bewegungsdauer, die verbrannten Kalorien, das Tempo, die absolvierten Schritte und die zurückgelegte Entfernung anzeigen.

Wird die Aktivität beendet und gespeichert, zeigt die App zudem an, wie lange die Nutzenden in welcher Belastungsintensität wie „Fettverbrennung“ trainiert haben. Abgesehen von den Sport-Modi werden bei NextRing über den Tag hinweg ebenfalls Aktivitätsdaten festgehalten. So erfasst der Ring durchgehend die Kalorien, die Schritte und die Gehstrecke. Ingesamt ermittelt der NextRing in diesem Testpunkt allerdings etwas weniger Daten als der Galaxy Ring von Samsung.
Samsung Galaxy Ring im Test: Besser als der Smart Ring von Oura
Lange wurde er erwartet, jetzt kann der Samsung Galaxy Ring vorbestellt werden. IMTEST hat den Smart Ring bereits getestet.
Era-Fit: Das kann die App
Damit die Nutzenden die vom Ring erfassten Werte auch möglichst gut nutzen können, bereitet die NextRing-App die Daten in verschiedenen Interpretationen auf. Auf diese Weise gibt die App auf der Startseite einen Gesundheitstrend wie „gut“ oder „passabel“ aus, der sich aus den Werten zum Schlaf, dem Sport, dem Stress, der Herzfrequenz und der Blutsauerstoffsättigung zusammensetzt. Der Schlafscore wird sowohl als Zahl als auch als Verbalisierung (wie „72 – Gut”) angegeben und berechnet sich aus alles Schlafdaten wie den durchlaufenen Schlafphasen und der Schlaf-Effizienz. Der Aktivitätsscore wird genauso angegeben und setzt sich aus den Schritten, den Kalorien und der zurückgelegten Distanz zusammen. Zu guter Letzt gibt es auch einen Balancescore, der den Stressverlauf über den Tag abbildet.

In dem Reiter „Gesundheit“ sind die einzelnen Vitalwerte dann noch einmal untereinander aufgelistet. Zudem lassen sich hier die Herzfrequenz, die Blutsauerstoffsättigung und die maximale Sauerstoffaufnahme auch auf Knopfdruck messen. Daneben gibt es einen Reiter für „Sport“, in dem sich der Sport-Modus starten lässt und die absolvierten Trainingseinheiten gespeichert werden. Außerdem gibt es einen Reiter „Profil“ mit allen Einstellungsmöglichkeiten. Trainingsmaterial, wie Meditationsanleitungen und Trainingsvideos, stehen dagegen nicht zur Verfügung. Hier haben andere Hersteller ein deutlich größeres App-Angebot.

Zur Motivation der Ring-Träger bietet Era-Fit einstellbare Ziele (etwa für die täglichen Schritte), Auszeichnungen und die Möglichkeit, sich mit andern Nutzenden zu vernetzen. Insgesamt lässt sich die App sehr gut bedienen. Alle Inhalte sind auf Deutsch verfügbar und gut verständlich, wofür auch die vielen Grafiken sorgen. Auch sind die einzelnen Abschnitte nicht überladen, weshalb die Nutzenden schnell das Wesentliche im Blick haben. Ein weiterer Vorteil: Anders als bei Oura besitzt die App kein Abo-Modell, um Zugriff auf alle Werte und Dateninterpretationen zu erhalten. Bei NextRing ist alles kostenlos.
Smart Ring: Super Akkulaufzeit
Ebenfalls in der App einsehbar ist der Akkustand des Smart Rings. Bei IMTEST hält das Modell von Era-Fit dabei 10,5 Tage durch, was eine sehr gute Note ist. Bis auf den RingConn Gen 2 (mit elf Tagen) hatte im Test noch kein Ring eine so lange Akkulaufzeit. Ebenso wie der Gen 2 und der Galaxy Ring von Samsung besitzt dabei auch der NextRing ein Lade-Case, mit dem kabelloses Aufladen ermöglicht wird.

Schade ist dagegen, dass sich die App bei einem Sturz des Ring-Trägers nicht mit der SOS-Funktion des Telefons verbinden kann, um einen Notruf abzusetzen. Darüber hinaus verfügt der Ring nicht über eine Touch- oder Gesten-Funktion, um Aktionen auf dem Smartphone wie Fotografieren oder das Ausschalten eines Alarms auszulösen.
Fazit: Solider Smart Ring mit toller App
Der NextRing von Era-Fit* macht im Test bei IMTEST einen guten Gesamteindruck. Er ist hochwertig verarbeitet und sitzt bequem am Finger. Außerdem bietet der Hersteller ein kostenloses Größenprobier-Set an, um vorab die richtige Größe zu ermitteln. Allerdings ist das Modell eher breit und die leichte Erhebung zum Sicherstellen des richtigen Sitzes nicht immer einfach auffindbar. Der NextRing trackt recht viele Gesundheits- und Aktivitätsdaten und misst dabei ziemlich genau.
Überzeugen kann auch die App: Diese ist nicht nur kostenlos und übersichtlich, sondern bietet auch viele hilfreiche Dateninterpretationen. Zudem ist die Akkulaufzeit als sehr gut zu bewerten und das Aufladen mit dem Lade-Case kabellos möglich. Kritikpunkte sind dagegen, dass die App kein Trainingsmaterial bietet und der Ring nicht zusätzlich über Touch-Funktionen verfügt.
- PRO
- bequemer Sitz, ziemlich genaue Messergebnisse, übersichtliche App, sehr gute Akkulaufzeit
- KONTRA
- etwas breit, kein Trainingsmaterial in der App, keine Touch-Funktion
IMTEST Ergebnis:
gut 2,35
Smart Rings: Das sind die Testkriterien
Im Praxistest bei IMTEST werden der Tragekomfort und die Verarbeitung von Smart Rings gründlich unter die Lupe genommen. Entscheidend für die Bewertung ist daneben, welche Aktivitäts- und Gesundheitsdaten die Ringe aufzeichnen können und wie akkurat sie dabei sind. Auch die Akkulaufzeit wird bewertet: Wie lange hält ein Ring durch, der den ganzen Tag Daten sammelt?
Oura Ring 4 im Test: So gut ist der neue Smart Ring
Der Ring 4 ist der aktuelle Smart Ring von Marktführer Oura. Doch wie gut ist das Modell? IMTEST hat das im Labor- und Praxistest herausgefunden.
Anders als Smartwatches oder Fitnesstracker können Smart Rings ihre ermittelten Werte nicht selbst anzeigen. Um die Daten und deren Auswertung einzusehen, benötigt man stets die zugehörige App auf dem Smartphone. Daher testet IMTEST auch die App: Wie leicht ist diese zu bedienen? Inwieweit wertet sie die gemessenen Daten aus? Wird im Ernstfall ein Notruf abgesetzt? Zu guter Letzt analysiert IMTEST, ob für das Funktionieren der App eine kostenpflichtige Mitgliedschaft nötig ist und ob der Hersteller ein Größenprobier-Set anbietet.

Affiliate-Disclaimer
Die mit einem Stern (*) oder einem Einkaufswagen (🛒 ) gekennzeichneten Links sind s.g. Affiliate-Links. Bei Kauf über einen dieser Links erhält IMTEST vom Anbieter eine Provision. Die Auswahl der Produkte wird davon nicht beeinflusst, die Redaktion arbeitet zu 100% unabhängig. Weitere Infos zur redaktionellen (Test-)Arbeit und den journalistischen Standards finden Sie hier.