Experte warnt vor Cyberkriminalität: „Die Bedrohung nimmt stetig zu“

Sind Viren wirklich eine Bedrohung? Und wenn ja, welche sind aktuell besonders gefährlich? Virenexperte Andreas Marx kennt die Antworten.
Virenexperte Andreas Marx im Interview zu Cyberkriminalität
Andreas Marx, CEO von AV-Test (Bild: IMTEST, AV-Test)

Cyberkriminalität: Die größten Gefahren für Windows

Wie groß ist die Bedrohung durch Viren?

Für die Angreifer ist alles interessant, womit sich Kasse machen lässt. Dazu gehören etwa Erpressertrojaner. Diese heimtückische Malware sperrt den Zugang zu Daten oder dem gesamten Rechner und verlangt für die Freigabe eine bestimmte Summe in digitaler Währung. Ob man nach Zahlung wieder Zugriff auf die Daten erhält, ist allerdings fraglich.

Was sind aktuell die größten Gefahren?

Für Windows liegt die größte Bedrohung bei den Trojanischen Pferden, einer Art Allzweckwaffe für digitale Angreifer. Sie können per Mail, über Downloads und schon beim Besuch einer infizierten Website auf nicht ausreichend geschützte Systeme gelangen und halten ein großes Arsenal an Schadfunktionen parat: Daten klauen, PCs ausspionieren, fernsteuern und die Rechenleistung für kriminelle Zwecke missbrauchen.

Wo die Gefahren lauern

Die Zahl der Computerviren steigt täglich an. Wo ist die Gefahr der Übertragung besonders groß?

Gegen Cyberkriminalität: Sicherheit durch Anti-Viren-Programme

Beobachten Sie neue Strategien von Cyberkriminellen?

Im Unternehmensumfeld beobachten wir die besorgniserregendsten Entwicklungen. Über strategisch geplante Angriffe gelingen Angreifern Zugriffe auf staatliche Institutionen, Forschungseinrichtungen und wichtige Produktionsanlagen. Ein aktuelles Beispiel ist der Cyberangriff auf die Europäische Arzneimittel-Behörde EMA, bei der es gelang, Forschungsdaten zum Corona-Impfstoff abzugreifen. Wenn man bedenkt, welche Gelder in die Forschung geflossen sind, dürfte klar sein, was solch ein Angriff an Schaden verursacht.

Was sagen Sie zu der These, dass Virenschutzprogramme selbst gefährlich sind?

Virenscanner sind auch nur Software, es kann also zu Fehlern in der Programmierung kommen. Allerdings werden Lücken schon aus Eigeninteresse der Sicherheitsanbieter schnellstmöglich geschlossen, deutlich schneller als bei anderen Programmen. Und damit überwiegt die Sicherheit durch Schutzprogramme klar einer theoretischen Gefahr durch ihren Einsatz.

10 Anti-Viren-Programme im Test

Welches schützt PC und Notebook am besten? Hier zum Vergleich.

Vor Cyberkriminalität sicher sein: Der beste Virenschutz

In einem großen Test hat IMTEST zehn verschiedene Antivirenprogramme miteinander verglichen. Das Ergebnis ist überraschend gut: Lediglich zwei Programme haben schlechter als „sehr gut“ abgeschnitten. Die Unterschiede liegen beim Virenschutz im Detail. In Sachen Funktionsumfang und Auswirkungen auf die Geschwindigkeit des Computers gibt es die meisten Differenzen. Auch wenn die meisten Programme ein wirksamer Schutz gegen Cyberkriminalität darstellen, lohnt es sich also, vor dem Kauf genau hinzuschauen. Erfahren Sie im Test der Schutzprogramme welches Programm am besten ist.

Computerviren: Auch das Smart Home ist bedroht

Doch nicht nur der PC oder das Smartphone sind von Computerviren bedroht: Auch Smart Home-Systeme oder einzelne smarte Gadgets wie Türschlösser sind durch Cyberkriminelle gefährdet. Wie Sie Ihr Zuhause am besten schützen, erfahren Sie im Ratgeber Sicherheit im Smart Home. IMTEST hat Ihnen die drei wichtigsten Tipps zusammengestellt.

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