Cloud-Speicher im Vergleich: Wo sind die Daten am sichersten?

Cloud-Dienste bieten viel Speicherplatz im Internet auf den man von überall her zugreifen kann. IMTEST hat im Vergleich geprüft, wie praktisch und sicher fünf Anbieter für Cloud-Speicher sind.
Cloud-Speicher im Test
Quelle: IMTEST, Getty Images

Cloud-Speicher online und für zu Hause im Vergleich

Wenn der Computer überquillt vor Fotos, Videos und anderen Dateien, lassen sich diese Daten heutzutage einfach in einen sogenannten Cloud-Speicher auslagern. Das Wort „Cloud“ kommt aus dem Englischen und heißt übersetzt „Wolke“. Dateien, die in eine Cloud geladen werden, landen auf einem Speicherplatz im Internet. Dieser wird dafür von einem Anbieter wie Microsoft oder Google zur Verfügung gestellt. Wie sicher solche Clouds sind und wofür sich der Speicher in der Wolke noch lohnt, hat IMTEST anhand von den beliebten Online-Speicherdiensten OneDrive, Google Drive, HiDrive und Dropbox getestet. Außerdem wurde mit My Cloud Home von WD eine Cloud-Alternative für zu Hause geprüft.

Cloud-Speicher gegen Datenverlust

Das Speichern von Daten wie Fotos oder Videos in einer Cloud kann Anbieter abhängig über verschiedene Wege erfolgen. Sowohl mit Internet-Browsern, einer Software für Windows- oder Mac-Betriebssysteme als auch mit entsprechenden Smartphone- und Tablet-Apps können die Daten gespeichert werden. Neben mehr freiem Speicherplatz auf PC-Festplatte oder Smartphone kann das Übertragen der eigenen Daten in einen Cloud-Speicher noch weitere Vorteile bringen. Online-Speicher wie OneDrive von Microsoft, Google Drive oder Stratos HiDrive beugen der Gefahr eines Datenverlusts durch beschädigte oder gar verlorene Datenträger vor. Vorausgesetzt natürlich der Nutzer löscht die Daten in der Wolke nicht.

Bei der My Cloud Home von WD funktioniert die Datenspeicherung folgendermaßen: Sie wird an den WLAN-Router angeschlossen und der Zugriff erfolgt per Browser oder App übers Internet. Die Einrichtung ist zwar etwas komplizierter, dafür entfallen aber regelmäßige Kosten.

Gemeinsam arbeiten per Cloud-Speicher

Neben der Datenspeicherung erlauben Cloud-Speicher es, Dokumente, Ordner, Fotos oder Videos auch für andere Nutzer zugänglich zu machen. Dann können etwa unterschiedliche Personen gemeinsam an einem Textdokument schreiben. Das ist nicht nur für die tägliche Arbeit im Büro nützlich, sondern auch dann, wenn beispielsweise ein Verein oder ein Fanklub an einer neuen Satzung arbeitet. Besonders bequem und reibungslos geht diese Zusammenarbeit mit Microsofts OneDive und Google Drive. Beim Online-Speicher HiDrive und der My Cloud Home für zu Hause funktioniert das gemeinsame Bearbeiten von Dokumenten etwas komplizierter.

Cloud-Speicher: Kosten von Google Drive & Co.

Den Speicherplatz im Netz gibt es aber nicht umsonst. Zwar bieten viele Kandidaten Gratis-Speicher an, aber wer mehr Platz benötigt, zahlt je nach Bedarf und Abomodell zwischen sieben Euro monatlich oder 70 Euro pro Jahr. Nur die My-Cloud-Home-Festplatte von Western Digital (WD) ist ein eigener Cloud-Speicher für zu Hause bei dem nur die einmaligen Anschaffungskosten von 149,99 Euro anfallen. Hier die Kosten der Cloud-Anbieter auf einen Blick:

  • OneDrive von Microsoft: ab 69 Euro im Jahr (1 Terabyte)
  • Google Drive: ab 99,99 Euro im Jahr (2 Terabyte)
  • HiDrive von Strato: ab 7 Euro im Monat, plus 1 Euro Einrichtungsgebühr (1 Terabyte)
  • Dropbox: ab 119,88 Euro im Jahr (2 Terabyte)
  • My Cloud Home von WD: 149,99 Euro Anschaffungskosten (2 Terabyte)

Gratis-Speicher bieten drei der Anbieter an. Dieser reicht von 2 Gigabyte bei Dropbox über 5 Gigabyte bei OneDrive bis hin zu 15 Gigabyte bei Google Drive.

So sicher sind die Cloud-Speicher im Vergleich

Ohne Vertrauen in die Anbieter sollte man seine eigenen Dateien aber nicht ins Internet hochladen. IMTEST ließ daher die Datensicherheit der Cloud-Speicher von Rechtsanwalt Christian Oberwetter, Spezialist für Datenschutz und -recht, IT- und Social-Media-Recht, bewerten. Dabei zeigte sich, dass viele Anbieter personenbezogene Daten in Drittländer transferieren. Im Juli 2020 hat der Europäische Gerichtshof festgestellt, dass ein Datentransfer von der EU in Drittländer – vor allem in die USA – nicht mehr durch das bisherige Privacy-Shield, eine informelle Absprache zwischen der EU und den USA, gestützt werden darf. Wer sich als Unternehmen also darauf beruft, übermittelt Daten ohne rechtliche Erlaubnis.

Seit den Terroranschlägen vom 11. September 2001 haben staatliche Organisationen in den USA einen Freifahrtschein für Durchsuchungen, Datensammlungen und -auswertungen. Wer nicht möchte, dass Unbefugte in seinen Daten herumschnüffeln, sollte auf Cloud-Speicher wie Google Drive oder Dropbox verzichten und seine Dateien bei einem Unternehmen speichern, dessen Server in Deutschland stehen und somit den hiesigen Datenschutzbestimmungen unterliegen. Das ist im Testfeld bei Stratos HiDrive der Fall. Auch Microsoft versichert, dass die Daten deutscher OneDrive-Nutzer mit Microsoft 365-Abo auf deutschen Servern gespeichert werden. Guten Datenschutz bietet auch der My Cloud Home-Speicher von WD, denn der steht ja zu Hause.

Das IMTEST-Fazit

Auch wenn die Cloud-Anbieter mit Gratis-Speicherplatz knauserig sind, ist es möglich, bis zu 15 Gigabyte kostenlosen Speicher zu bekommen. So etwa bei Google Drive. Beim Testsieger OneDrive von Microsoft lohnt die Investition ab 69 Euro pro Jahr für ein Terabyte Cloud-Speicher zusätzlich. Denn in dem Paket enthalten sind die Programme Word, Excel und Outlook. Wer weniger bezahlen möchte, bekommt bei Strato aktuell einen ein Terabyte großen Speicher für drei Monate bei einmaligen Kosten von 1 Euro. Ab dem 4. Monat fallen dann monatlich sieben Euro für den HiDrive-Speicher an.

IMTEST
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