Chromebooks als günstige Notebook-Alternative

Sie suchen ein günstiges Notebook für Internet, E-Mail und Office? Vielleicht ist ein Chromebook eine Alternative.
Frau im Wohnzimmer am Laptop
Während Chromebooks in Deutschland noch ein Nischendasein führen, sind sie in den USA bereits weit verbreitet. Quelle: Getty Images

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Google will endlich ein größeres Stück vom PC-Betriebssystemkuchen abhaben. Schließlich liegt der weltweite Marktanteil des hauseigenen Notebook-Betriebssystems ChromeOS noch bei übersichtlichen 0,42 Prozent. Und das soll sich ändern. Aus diesem Grund hat Google den Funktionsumfang von Chrome OS seit der Veröffentlichung im Jahre 2011 Schritt für Schritt erweitert. Zudem ist es gelungen, namhafte Hersteller wie Acer, Asus, HP und Lenovo ins Boot zu holen, die immer mehr schickere und bessere Modelle mit einem augenscheinlich guten Preis/Leistungsverhältnis auf den Markt bringen. Ob Notebooks mit ChromeOS tatsächlich schon eine echte Alternative zu Windows-Notebooks darstellen, hat IMTEST überprüft.

 

 

So fühlt sich Chrome OS an

Wer ein Chromebook zum ersten Mal einschaltet mag denken, es mit einem Smartphone im Notebook-Kostüm zu tun zu haben. Die Arbeitsoberfläche ähnelt frappierend Android, mit Schaltflächen für Chrome, GoogleMail, der Textverarbeitung „Docs“, YouTube und dem PlayStore in der Programmleiste am unteren Rand. Letzteres ist besonders spannend, denn Chromebooks ermöglichen den Zugriff auf den von Android-Geräten bekannten Google PlayStore samt zehntausender Apps. Für die meisten Einsatzbereiche gibt es mehr als brauchbare Lösungen.

 

Einige Beispiele:

 

Office: Vorinstalliert sind Googles alltagstaugliche Office-Lösungen, inklusive der Textverarbeitung „Docs“, der Tabellenkalkulation „Tabellen“ und dem PowerPoint-Gegenstück „Präsentationen“. Alternativ steht Microsoft Office als App (kostenpflichtig) zum Download bereit.

 

• Browser: Selbstverständlich ist Googles Chrome an Bord, der der Windows-Version wie ein Ei dem anderen gleicht. Wer will, kann andere Browser wie Firefox installieren.

 

• Bildbearbeitung: Es gibt für ChromeOS unzählige Bildbearbeitungs-Apps, wie Polarr und Photoshop Express. Für gängige Aufgaben reichen diese vollkommen aus.

 

• Musik/Videos: Streaming stellt kein Problem dar, alle großen Anbieter wie Netflix, Amazon Video und Spotify stellen Apps bereit. Die Wiedergabe von gespeicherten Medien ist auch kein Thema, da auch der Allesabspieler VLC-Player läuft.

Chromebooks: Kein komplettes Einsatzspektrum 

Aber: Einige Programme aus der Windows-Welt fehlen schlicht und ergreifend, vor allem aus dem Profi- und Spielebereich. So gibt es weder angepasste Versionen der Adobe Creative-Suite samt Photoshop, noch gibt es das „echte“ MS Office mit allen Funktionen der Desktop-Version. Überdies fehlen die großen Spielehits aus der PC-Welt, wie die Battlefield- oder Call-of-Duty-Reihe. 

 

Cloud-Anbindung: Alle Dokumente landen standardmäßig auf einem Internet-Speicher (Cloud). Aus diesem Grund verfügen Chromebooks in der Regel über wenig Speicherplatz (64 oder 128 GB). 

 

Google-Konto erforderlich: Im Gegensatz zu Windows-Computern lassen sich keine lokalen Konten anlegen. Sprich: Nutzer brauchen immer ein (kostenloses) Google-Konto. 

 

Verbindung mit anderen Geräten: Eine der großen Windows-Stärken besteht darin, dass das System mit nahezu jedem Gerät zusammenarbeitet. ChromeOS ist in dieser Beziehung ebenfalls gut aufgestellt, diverse Mäuse, Festplatten und USB-Sticks erkannten die Chromebooks im Test problemlos – allerdings nicht jedes Gerät. 

 

• Tastatur: Der Aufbau der Tastatur unterscheidet sich in einigen Punkten von Windows-Notebooks. Während Buchstaben und Zahlen an ihrer gewohnten Stelle sitzen, fehlen wie bei Macbooks von Apple auch die Funktions- und natürlich die Windows-Tasten. An der grundsätzlichen einfachen Bedienung ändert das allerdings wenig.

Praktische Besonderheiten 

 

Auf der anderen Seite weisen Chromebooks einige spezifische Vorteile gegenüber der Windows-Welt auf. So laufen durch das schlanke Betriebssystem Chromebooks sehr flott – auch bei schwächerer Hardware. Aus dem gleichen Grund halten Chromebooks im Schnitt deutlich länger abseits der Steckdose als Windows-Notebooks durch. Obendrein starten sie innerhalb weniger Sekunden und wachen sofort nach dem Aufklappen wieder auf. Zudem gilt ChromeOS (auch aufgrund seiner geringen Verbreitung) als eines der sichersten Betriebssysteme. Und nicht zuletzt erweist sich die enge Verwandtschaft zu Android im Zusammenspiel mit Google-Smartphones als echter Gewinn. So fungieren verknüpfte Android-Smartphone automatisch als Hotspot und Dokumente sowie Bilder sind stets auf dem gleichen Stand.

FAZIT

Auch, wenn Google noch einen weiten Weg vor sich hat, um es funktional mit den Platzhirschen von Microsoft und Apple aufzunehmen: In Chrome OS steckt viel Potential. Dazu kann sich die aktuelle Chromebook-Generation sehen lassen. Für gängige Multimedia, Office- und Internet-Aufgaben bringen System und Geräte auf jeden Fall alles Nötige mit. Durch ihre vergleichsweisen niedrigen Preise eignen sie sich beispielsweise ideal für Schüler und Studenten. Als Spielemaschinen und für den professionellen Einsatz sind sie dagegen weniger geeignet.

IMTEST
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