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Bowers & Wilkins PI7: Britische Edel-In-Ears im Test

Sehen edel aus, klingen edel und fühlen sich edel an: Die B&W PI7 überzeugen in allen Testfeldern, leisten sich aber auch eine große Schwäche.
Produktdetails

Bowers & Wilkins steht für hochwertige, aber auch hochpreisige Soundtechnik. Der Britische Lautsprecherhersteller bedient dabei nicht nur das anspruchsvolle Ohr, sondern schmeichelt mit ausgefallenem Design auch dem Auge. Mit den neuen PI7 und PI5 In-Ear-Kopfhörern wagt man sich erstmals auch in den Markt der kabellosen Ohrstöpsel vor – und beweist, dass feiner Sound auch im Mini-Format funktioniert.

Schicke Stöpsel mit grossem case

B&W bleibt seinem Leitsatz treu und schenkt auch den PI7 ein elegantes Gewand. Man entschied sich für eine Kombination aus wertigem Kunststoff (wahlweise in dunklem anthrazit oder scheinendem weiß) und messingfarbenem Aluminium. In den Aluminium-Highlights verbirgt sich auch eine berührungsempfindliche Fläche, über die man die Kopfhörer steuert. In passender Farbe gibt es zu den PI7 unterschiedlich große Silikonaufsätze für den Gehörgang, die im Vergleich zu den Beigaben anderer In-Ears einen sehr langlebigen Eindruck vermitteln. Mit der richtigen Größe halten die Stöpsel dann bombenfest im Ohr, obwohl sie mit ihrer steglosen “Bud”-Form fast etwas weit zur Seite herausragen. In der passenden Farbe kommt auch die Ladeschale der PI7, ebenfalls mit messingfarbenen Highlights. Die Schatulle gehört zu den größeren ihrer Art, macht aber trotzdem einen eleganten Eindruck. Nur der Deckel klappert ein wenig und hält die In-Ears bei einem Sturz auch nicht in der Schale fest. Auf dem Deckel und auch auf den Buds findet sich noch ein “Bowers & Wilkins”-Aufdruck, der beinahe etwas billig anmutet. Für die veranschlagten 399 Euro hätte man Hörer und Ladeschale vielleicht auch gravieren oder wenigstens auf den Aufdruck verzichten können. 

Kunststoff und Messing-Look: Die Frabkombination der PI7 gefällt.

Bowers & Wilkins PI7: Die Können was

Die Ohrhörer verbindet man via Bluetooth mit einer Musikquelle. Das klappt stets zuverlässig und ist weitgehend Standard, B&W hat sich aber ein tolles Extra einfallen lassen, dass so bisher einzigartig ist: Sollte eine Quelle einmal nicht über eine Bluetooth-Ausgabe verfügen (etwa der Mediaplayer im Flugzeug), verbinden Nutzer sie über ein USB-C/3,5-mm-Klinkenkabel mit der Ladeschale der PI7. Die baut dann eine eigene Bluetooth-Verbindung auf, sodass man die PI7 trotzdem verwenden kann – clever. Auch die Bedienung über die Touch-Oberflächen geht souverän von der Hand, wenn auch nicht über rudimentäre Funktionen wie Start/Stopp/Weiter/Zurück hinaus. Mit längerem Halten aktiviert man außerdem den Sprachassistenten des verbundenen Endgeräts, der dann zuverlässig antwortet. Verarbeitung und Bedienung verdienen also das Prädikat “Premium”, anders steht es mit der Akkulaufzeit. Bowers & Wilkins spricht hier von 4 Stunden, im Test liefen die PI7 gute 5 Stunden. Das ist Mittelmaß, mehr nicht. Die Huawei FreeBuds i4 liefern zum Beispiel für 99 Euro rund 10 Stunden Spielzeit. Für rund 400 Euro hätte man hier eigentlich mehr erwartet. Kurios: Obwohl der rechte Hörer leergespielt war, zeigte die App beim linken Hörer noch knapp 40% Akkuladung an. Der linke Stöpsel spielte auch weiterhin Musik, richtig praktikabel ist ein Solo-In-Ear aber nicht.

Wirklich kabellos: Die Ladeschale der PI7 beherrscht auch induktives Laden.

Der Klang: Eine Wucht

Steckt man die PI7 in die Ohren, geben sie mit einem unaufdringlichen Klingeln zu verstehen, dass sie einsatzbereit sind – und blenden die restliche Welt aus. Die aktive Geräuschunterdrückung ist richtig stark und lässt nur hohe Töne ganz leicht von außen an das Ohr dringen. Nutzer wählen aus, ob sie das Active Noise Cancelling (ANC) manuell aktivieren wollen oder ob die PI7 die Intensität eigenständig an den Lärmpegel der Umgebung angleichen sollen. Außerdem gibt es noch einen Ambient-Modus, der Geräusche hindurch lässt, aber nur umständlich über die App zu aktivieren ist. Hin und wieder schafft es aber mal das ein oder andere gesprochene Wort durch die Geräuschunterdrückung hindurch. Hat man seine Umwelt einmal ausgeblendet, kann man sich ganz auf den Sound der PI7 konzentrieren, und der ist überragend: Selten haben In-Ears so ausdifferenziert Töne wiedergegeben. Feine Höhen sorgen für klare Stimmen, untermauert von dynamischen mitten. Ein blumig-voluminöser Bass sorgt je nach Musikstück für Gänsehaut oder Herzklopfen. Während Jazz harmonisch jede Klaviertaste erahnen lässt, entziffert man bei treibendem Elektro jede Nuance eines Beats. Klanglich haben Bowers & Wilkins voll abgeliefert. Nach einer Weile hat man nur den Anschein, als seien die PI7 etwas leiser, als andere In-Ears – trotzdem ist das Musikhören mit den Ohrstöpseln eine reine Freude. 

 

FAZIT

Was für Kopfhörer! Bowers & Wilkins erweitern ihr Sortiment nicht nur um eine fehlende Produktkategorie, sondern haben dabei fast alles richtig gemacht. Der Klang der PI7 kann sich mit manchem Over-Ear-Kopfhörer messen und ist für einen In-Ear-Kopfhörer mehr als überzeugend. Der veranschlagte Preis ist für die kurze Akkulaufzeit und die rudimentäre Bedienung aber sehr sportlich. 

PRO

Hervorragender Klang, tolle Geräuschunterdrückung, guter Sitz im Ohr.

Kontra

Hoher Preis, kurze Akkulaufzeit, große Ladeschale.

IMTEST ERGEBNIS: gut 1,8

Fotos: IMTEST, Hersteller

IMTEST
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