Gebrauchtes bei eBay verkaufen: 5 Tipps, wie der Privatverkauf gelingt

Eines ist eBay schon lange nicht mehr: Eine kleine Auktionsplattform. Deshalb gibt IMTEST 5 Tipps, wie Privatverkäufer ihre Sachen am besten bei eBay verkaufen.
Bei eBay verkaufen
Quelle: IMTEST, Getty Images

Bei eBay verkaufen seit 1995

Als der Online-Marktplatz eBay 1995 seine digitalen Pforten öffnete, ähnelte er einer Mischung aus Flohmarkt und Auktionshaus. Fast ausschließlich Privatmenschen boten bei eBay gebrauchte Einzelstücke zum Verkauf an. Im Laufe der Jahre mauserte sich das Unternehmen zu einer gigantischen Handelsplattform, auf der heute vor allem professionelle Verkäufer massenhaft Neuware zu angeblich unschlagbaren Preisen an den Mann oder die Frau bringen. Dennoch können Privatverkäufer immer noch ihre eigenen Sachen lukrativ bei eBay verkaufen.

Privat bei eBay verkaufen in Profi-Manier

Privatverkäufer verkaufen bei eBay etwa gebrauchte Fernseher, gut erhaltene Kinderkleidung oder die langweilig gewordene Lego-Star-Wars-Sammlung. Gerade nach Weihnachten ist eBay ideal, um sich lukrativ von alten, aber gut erhaltenen Geräten und Produkten zu trennen, die in neuer Version unterm Weihnachtsbaum lagen. Größter Unterschied zu früher: Wer heute etwas privat bei eBay verkaufen möchte, macht das in einem professionellen Umfeld. Gewerbliche Verkäufer sind aber in Sachen Präsentation, Kundenansprache und Verkaufstaktiken oft mit allen Wassern gewaschen. Wer da nicht mithält oder zumindest ein Auge drauf hat, bleibt auch bei eBay oft auf seinen Angeboten sitzen oder erzielt einen Preis weit unter den eigenen Vorstellungen. Daher zeigt IMTEST mit 5 Tipps, wie Privatleute erfolgreich, zuverlässig und mit möglichst wenig Aufwand bei eBay verkaufen.

Tipp 1: Der richtige Zeitpunkt

Privatverkäufe bei eBay finden stets unter zwei ganz besonderen Grundvoraussetzungen statt. Erstens: Der Angebotszeitraum ist begrenzt, egal ob Sie das Format „Auktion“, „Festpreis“ oder ein anderes wählen (siehe auch Tipp 4). Zweitens: Bei Gebrauchtartikeln ist die Angebotsmenge begrenzt (meist gibt es nur einen Artikel) und das angebotene Produkt festgelegt. All dies können Privatverkäufer zu ihrem Vorteil nutzen, wenn sie bei eBay verkaufen.

Der wichtigste Hebel ist aber der Zeitpunkt: Planen Sie Ihren Verkauf so, dass das Angebot zu einer Zeit endet, in dem die Zielgruppe auch Zeit und Lust hat zu kaufen – notfalls können Sie das Ende gegen Gebühr selbst festlegen. Grundsätzlich eignen sich Wochenenden und Abende, um bei eBay zu verkaufen, denn dann haben die Leute die Zeit und Muße zum Stöbern, Vergleichen und Kaufen.

Achten Sie aber auch darauf, was genau Sie bei eBay verkaufen. Wenn es sich beispielsweise um „typische“ Männerprodukte wie Modellautos, Werkzeuge, elektronisches Spielzeug wie Drohnen oder Kameras handelt, sollte das Angebot zum Beispiel nicht am Freitag enden. Denn da läuft die Sportschau im Fernsehen. Dann droht gerade bei klassischen Auktionen die Gefahr, dass Ihre besten Kunden gar nicht aufs Angebotsende achten. Der Artikel wird dann zum Spottpreis verschleudert, weil kaum einer mitbietet.

Bei eBay Verkauf planen
Planung: Gegen eine geringe Gebühr können Sie das Ende des Angebots selbst festlegen. (Bild: IMTEST)

5 Tipps für Schnäppchenjäger

Für mehr Sicherheit und Spaß beim Kaufen bei eBay.

Tipp 2: Optimales Artikelbild

Mindestens so wichtig wie ein aussagekräftiger Beschreibungstext ist ein gutes und ansehnliches Foto vom Original-Artikel, damit sie sich gut bei eBay verkaufen. Am besten sind mehrere Fotos. Auf drei Punkte beim Erstellen eines Artikelbildes sollten Sie besonders achten: Fotografieren Sie den Artikel in einer Vollansicht bei guter Beleuchtung und vor einem neutralen Hintergrund in einer Kontrastfarbe. Also wählen Sie einen hellen Hintergrund bei dunklen Produkten und umgekehrt.

Einen neutralen Hintergrund für größere Gegenstände können Sie zum Beispiel mit einer angemessen großen Pappwand erzeugen. Diese nach innen gebogen – nicht geknickt – auf einer geeigneten Ablage an die Wand lehnen. Second-Hand-Kleidung verkauft sich am besten, wenn die Textilien sauber und glatt auf einem Bügel hängend fotografiert werden. Fertigen Sie danach Detailfotos vom Artikel an. Dazu gehören verkaufsfördernde Bilder etwa von Markenlabels oder Besonderheiten. Bei Smartphones empfiehlt sich ein Screenshot etwa vom Batteriezustand – denn das sind Aspekte, die Käufer oft und gerne nachfragen.

Ganz wichtig: Fotografieren Sie unbedingt alle Macken wie Kratzer, Flecken, Defekte oder Risse. Damit steigern Sie zwar nicht unbedingt den späteren Verkaufspreis, sorgen aber für Vertrauen. Außerdem – und viel wichtiger – vermeiden Sie so hinterher Beschwerden oder gar Reklamationen und Rückgaben. Denn auch private Verkäufer müssen die Ware zurücknehmen, wenn der Artikel nicht der Artikelbeschreibung entspricht. Dieser Punkt gehört zu einem der häufigsten Rückgabe-Gründe wenn Privatmenschen ihre Sachen bei eBay verkaufen.

Auf eBay verkaufen mit guten Fotos
Nicht optimal: Unscharfes Foto, dunkler Hintergrund, Chaos – das Bild sorgt nicht für Kauflaune. (Bild: IMTEST)
So geht's: Bei eBay verkaufen mit guten Fotos
Schon besser: Übersichtlich, kontrastreicher Hintergrund – das erhöht die Kaufchancen. (Bild: IMTEST)

Tipp 3: Passende Beschreibung

Eine Marketing-Weisheit lautet: Verkaufe nicht das Steak, sondern verkaufe das Brutzeln. Gemeint ist: Die Beschreibung des Artikels ist maßgeblich an Ihrem Verkaufserfolg beteiligt. Sie soll vor allem Lust auf das Produkt machen. Wer erfolgreich bei eBay verkaufen möchte, sollte das beachten – wenn auch etwas abgewandelt. Denn bei Gebrauchtartikeln ist zunächst wichtig, eine möglichst genaue und ehrliche Beschreibung des Artikels zu liefern. Denn wer Gebrauchtware kauft, will vor allem wissen: Wie alt ist das Teil? Funktioniert alles? Ist alles dabei? Gibt es Macken? Wie sehen sie aus? Wie lauten die technischen Daten? Diese Fragen muss der Text auf jeden Fall beantworten.

Mehr Text können Sie dann darauf verwenden, um den Artikel begehrlich zu machen. Das können ganz praktische Vorzüge, aber auch persönliche Erlebnisse sein – klar erklärt oder mitreißend geschildert. Wer nur den Werbe-Text des Herstellers kopiert, riskiert niedrigere Verkaufspreise. Ebenso wichtig ist die Bezeichnung in der Titelzeile. Wählen Sie dort eine Kombination aus beliebten Suchworten, Eigenschafts- und Zustandsbeschreibungen. Für ein altes iPhone wäre das etwa: „Apple iPhone 7, 64 GB, spacegrey, Smartphone ohne Simlock und Kratzer mit Zubehör in Originalverpackung“.

Artikelbeschreibung eBay
Verkaufsinfos richtig deuten: 1. Die Gebotsanzahl zeigt, wie begehrt das Angebot ist 2. Verkäufer sehen, wenn ihr Artikel „Auf die Beobachtungsliste“ gesetzt wird 3. Viele Bezahloptionen schaffen Vertrauen. (Bild: IMTEST)

Tipp 4: Das Angebotsformat

Private Verkäufer wählen oft das Basisformat „Auktion“, denn es ist kostenlos, solange sie keine gewerbsmäßigen Mengen anbieten. Extra-Leistungen wie eine Top-Platzierung in der Angebotsliste oder ein Mindestpreis kosten extra, wenn Sie bei eBay verkaufen. Erst bei erfolgreichen Verkäufen fallen etwa 10 Prozent vom Verkaufspreis als Provision an. Auktionen eignen sich besonders für Artikel, die Sie einfach nur loswerden wollen, ohne auf einen bestimmten Preis dabei zu schielen. Aber sie funktionieren auch sehr gut für heiß begehrte Einzelstücke, denn dann schaukeln sich enthusiastische Bieter oft sehr weit hoch – zur Freude des Verkäufers. Auktionen bergen aber das Risiko, dass der gewünschte Verkaufspreis nicht erreicht wird.

Wer das vermeiden will, wählt – gegen Gebühr – entweder das Festpreis-Angebot oder fügt der Auktion einen zu erreichenden Mindestpreis hinzu. Wird der nicht erreicht, kommt kein Verkauf zustande. Sie können Ihre Auktionen auch mit einer „Sofort-Kaufen“-Funktion erweitern, bei der Sie einen Preis festlegen. Wer die Sofort-Kaufen-Funktion nutzt, erwirbt den Artikel umgehend zum genannten Preis. Aber: Die Option verfällt, sobald ein Nutzer auf den Artikel bietet. Sie ist also nicht zur Festlegung eines Mindestpreises geeignet, sondern nur ein Lockmittel für Spontan- und Impulskäufer.

Die Höhe der Versandkosten sollte sich an den Vorschlägen von eBay orientieren. Denn liegt der Versandpreis mehr als ein bis zwei Euro darüber, springen viele Interessenten ab. Zudem kann eBay das Angebot bei viel zu hohen Versandkosten ablehnen oder sperren. Wenn Sie hochpreisige Artikel auf eBay verkaufen, achten Sie auf versicherte Versandoptionen, damit es im Verlustfall keinen Ärger gibt.

Nachrichten von Käufer und Verkäufer auf eBay
Probleme? Schnelle und freundliche Kommunikation beruhigt Käufer und schafft Vertrauen. (Bild: IMTEST)
Wie steht’s? Der Status-Marker zeigt den Fortschritt auf einen Blick (hier: bezahlt und versandt). (Bild: IMTEST)

Tipp 5: Die Kommunikation

Nicht ohne Grund gehört eBay zu den Erfindern des Bewertungssystems. Nirgendwo anders wird die gegenseitige Bewertung von Käufern und Verkäufern so konsequent befolgt und auch beachtet. Es gehört unter „eBay-ern“ zum guten Ton, sich nach einer abgeschlossenen Auktion oder anderen Transaktionen gegenseitig zu bewerten. Nutzen Sie diese Funktion , wenn Sie bei eBay verkaufen und erinnern Sie Käufer gegebenenfalls auch daran.

Mit zunehmender Zahl an Verkäufen festigt sich so Ihr guter Ruf. Der steigt auch bei prompter Beantwortung von Fragen. Nach dem Verkauf sollten Sie zudem die Status-Markierungen wie „Geld erhalten“ oder „Ware verschickt“ nutzen. Achten Sie besonders bei teuren Artikeln auf vielfältige und vor allem sichere Zahlungsmöglichkeiten wie PayPal. Die kosten zwar oft Extragebühren, aber bieten Sicherheit und überzeugen so – wie ein gutes Verkaufsgespräch – mehr Kunden.

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