Apple Watch: Zwei Neuheiten im Test

Apple hat die meistverkaufte Smartwatch der Welt überarbeitet. Herausgekommen ist die Apple Watch Series 6 sowie die abgespeckte Watch SE. IMTEST hat die cleveren Uhren getestet.
Apple Watch Series 6 und SE getestet
Quelle: IMTEST, Hersteller

Neuerungen bei der Apple Watch Series 6

Ein schnellerer Chip, neue Sensoren und vor allem die Möglichkeit, den Blutsauerstoffgehalt messen zu können: Im Inneren der Apple Watch Series 6 hat sich im Vergleich zum Vorgänger einiges getan. Auch das neue Betriebssystem watchOS 7 mit vielen hilfreichen Funktionen feiert Premiere. An der Optik der smarten Uhr hat sich bis auf Displayhelligkeit, neue Armbänder und Farben wenig verändert. Die Variante mit Gehäuse aus Edelstahl bleibt ein Hingucker. Neu ist aber die günstige Apple Watch SE, die im Wesentlichen auf der Watch Series 5 aufbaut.

Apple Watch misst Blutsauerstoffgehalt: Wofür?

Mit der Apple Watch Series 6 können Nutzer nun ihren Sauerstoffgehalt im Blut messen. Diese Funktion dürfte in erster Linie für Bergsteiger, Piloten, Taucher sowie Menschen mit Lungenerkrankungen wie Asthma oder COPD (eine chronische Verengung der Atemwege) interessant sein. Wer nicht zu diesen Gruppen zählt, dem bringt diese Möglichkeit nicht sonderlich viel. Eine Revolution ist die sogenannte SpO2-Messung bei Smartwatches übrigens nicht mehr, da Hersteller wie Garmin, Samsung und Huawei diese Funktion an ihren Uhren auch anbieten.

Apples Messmethode setzt im Gegensatz zu medizinischen Messgeräten für die Fingerkuppe nicht auf Durchleuchtung, sondern auf Reflexion (Photoplethysmographie). Dabei senden vier Sensoren an der Smartwatch rotes und infrarotes Licht ins Handgelenk. Je mehr rot reflektiert wird, desto sauerstoffreicher das Blut.

"Anders als die Pulsoxymetrie, die permanent misst und somit Abweichungen korrigiert, erfolgt die Messung bei der Apple Uhr nur nach manueller Aktivierung. Entsprechend sind die Werte ungenau und für medizinische Zwecke ungeeignet."
Porträt von Dr. Peter Simon
PD Dr. Peter Simon
IMTEST-Experte

Technisch wäre die Apple Watch zudem in der Lage, mithilfe des SpO2-Sensors Atemaussetzer während des Schlafs zu erkennen. Doch Apple bietet so eine Auswertung leider (noch) nicht an. Schlaftracking und Sturzerkennung gehören ebenfalls zu den Funktionen der Smartwatch.

Sensor der Apple Watch
Neuer Sensor: Misst mithilfe von rotem und infrarotem Licht die Sauerstoffsättigung im Blut. (Bild: Hersteller)

Apple Watch Series 6 mit Verbesserungen im Detail

Neben einem stärkeren Prozessor und dem laut Apple-Angaben bis zu zweieinhalbmal hellerem Bildschirm bei Sonnenlicht fallen im Vergleich zur Apple Watch 5 die weiteren Neuerungen kaum auf. Denn Bedienung und Ablesbarkeit waren auch schon vorher erstklassig. Neu sind zudem ein genauerer und vor allem immer aktiver Höhenmesser, mit Blau und Rot zwei neue Gehäusefarben sowie mehr Auswahl bei Zifferblättern und Armbändern (neun neue Farben gibt es).

Überdies hat Apple mit watchOS 7 die Software der Smartwatch überarbeitet, wovon auch ältere Modelle bis hin zur Series 4 profitieren. So lassen sich etwa dank „Familienkonfiguration“ Mobilfunk-Varianten der Apple Watch auch für zum Beispiel Kinder einrichten, die kein iPhone haben. Auf diese Weise können Eltern den Standort überwachen und Telefonate zu ausgesuchten Kontakten erlauben. Tragen die Kinder die Apple Uhr, haben Eltern die Möglichkeit sich damit über ihr Smartphone zu verbinden und ablenkende Funktionen für die Schulzeit zu deaktivieren.

Die Apple Watch mit schwachem Akku

Geblieben bei der Apple Watch ist die recht schwache Akkulaufzeit von maximal 18 Stunden. Bedeutet: Die Uhr muss im Prinzip jeden Tag an die Steckdose. Auch wenn das Laden jetzt flotter vonstattengeht, ist das nicht mehr zeitgemäß. Denn statt 2 Stunden dauert das Laden der Apple Uhr von 0 auf 100 Prozent „nur“ noch 1,5 Stunden. Außerdem liefert Apple das Netzteil zur Watch 6 nicht mehr mit. In der Packung befinden sich neben Uhr und dem Armband in Wunschfarbe nur noch das Ladekabel nebst magnetischem Ladeadapter („Puck“).

Akkulauzeit der Apple Watch
Kein Dauerläufer: Die Akkulaufzeit (max. 18 Stunden) ist ein Schwachpunkt. Geladen wird kabellos. (Bild: IMTEST)

Der neue Star? Apple Watch SE

Ist die abgespeckte und gut 130 Euro günstigere SE-Variante vielleicht die bessere Wahl? Im Gegensatz zur Apple Watch 6, die mit Preisen ab 418 Euro für die Version ohne LTE startet, gibt es die neue Special Edition schon ab 292 Euro (mit WLAN). Dafür fehlen EKG- und SpO2-Sensoren sowie die Immer-an-Funktion für den Bildschirm. Zudem steckt der rund 20 Prozent langsamere Prozessor der Watch 5 drin. Um die Zeit abzulesen, muss fürs Aktivieren des Displays entweder an der Krone gedreht oder das Handgelenk gehoben werden. Da ist das Always-on-Display der 6er zweifellos die elegantere Lösung.

Wen das nicht stört, bekommt mit der Apple Uhr SE aber viele hervorragende Smart-Funktionen, inklusive Telefonieren ohne Smartphone (nur mit der LTE-Version möglich). Dabei ist ebenso der Zugriff auf den gesamten App-Store gewährleistet. Auch Bedienung und Bildschirm sind der Series 6-Uhr ebenbürtig. Genauso wie das nur etwas schlichtere Design bei bequemen Tragekomfort.

Apple Watch für Sport? Konkurrenz bietet mehr

Für Menschen, die mehr Sport machen möchte, bietet die Apple Uhr folgende Funktionen:

  • Training wählen: Laufen, Schwimmen, Radfahren, Yoga
  • Helles Display auch im Sonnenlicht für bessere Sicht während des Sports
  • Höhenmesser fürs Skifahren oder Wandern
  • Wasserdicht bis 50 Meter

Explizite Sportuhren sind aber weder die Apple Watch Series 6 noch die Watch SE. Zwar sind alle wichtigen Sensoren für Ortung (GPS), Puls, Beschleunigung und vieles mehr an Bord der Smartwatches. Doch weitergehende Informationen zur Trainingsgestaltung, -Belastung und Regeneration fehlen komplett. Auch die Trainingsdaten werden nur oberflächlich ausgewertet. Für Durchschnittssportler, die in Form kommen und fit werden wollen, ist das zwar ausreichend. Wer aber Fokus auf ernsthaftes Training legt, ist bei Spezialisten für Smartwatches im Bereich Sport, wie Garmin oder Polar, immer noch besser aufgehoben.

Das IMTEST-FAZIT

Die neue Apple Watch Series 6 rechtfertigt mit Blutsauerstoffsensor und verbessertem Höhenmesser für Besitzer der 5er-Version keinen Neukauf. Wer aber noch keine Smartwatch hat, kann getrost zuschlagen. Die Apple Watch ist und bleibt aufgrund ihrer überragenden smarten Funktionen klar die Nummer eins für iPhone-Nutzer. Das bessere Preis-Leistungs-Verhältnis unter den Apple Uhren bietet allerdings das SE-Modell, auch wenn die EKG-Funktion fehlt.

IMTEST
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